Das Raumschiff namens ''Big Fucking Rocket'' (BFR) | Bildquelle: dpa

SpaceX-Pläne "Big Fucking Rocket"-Mission zum Mars

Stand: 29.09.2017 17:11 Uhr

SpaceX-Chef Musk macht ernst mit seinem Plan, den Mars zu besiedeln: Schon im kommenden Jahr will er mit dem Bau der Rakete "Big Fucking Rocket" beginnen - und ab 2024 ein erstes Raumschiff mit Menschen auf den Roten Planeten bringen. Experten halten den Zeitplan für ambitioniert.

Schon ab 2024 will das private Raumfahrtunternehmen SpaceX Menschen per Rakete auf den Mars schicken. Das kündigte Firmenchef und Tesla-Gründer Elon Musk beim Internationalen Astronauten-Kongress im australischen Adelaide an. SpaceX plane derzeit die Entwicklung einer Riesenrakete namens "Big Fucking Rocket" (BFR), die frühestens in sieben Jahren ein bemanntes Raumschiff mit bis zu 120 Menschen auf den Roten Planeten bringen soll.

Bereits 2022 sollen mindestens zwei Transporter mit technischer Ausrüstung auf dem Mars landen, um unter anderem die Energieversorgung und lebenswichtige Infrastruktur aufzubauen. Hauptziel sei es, die besten Wasserquellen zu finden, so Musk. Von 2024 an werde die Besiedlung des Planeten immer weiter voranschreiten. Dann sollen weitere Raumtransporter Menschen, Ausrüstung und Vorräte auf den Mars bringen. "Das ist kein Irrtum. Obwohl er ehrgeizig ist", sagte Musk zum Zeitplan.

SpaceX will mit dem Bau schon im kommenden Jahr beginnen. Das Raumschiff soll 48 Meter lang sein und 40 Kabinen umfassen, in denen je drei Menschen Platz finden. Die 100 Meter hohe Rakete solle wieder verwendet werden können, was die Kosten reduziere. Finanzieren will der Milliardär das Projekt unter anderem durch den Transport von Satelliten ins All, Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS und Mondmissionen.

Von Bangkok nach Dubai in 27 Minuten?

Musk will seine Raketentechnologie auch nutzen, um das Verkehrswesen auf der Erde zu revolutionieren. Eine Reise von Bangkok nach Dubai könne ihm zufolge künftig in 27 Minuten absolviert werden, von Tokio nach Neu Delhi werde es nur noch eine halbe Stunde dauern. "Wenn man aus der Atmosphäre raus ist, ist es weich wie Seide, keine Turbulenzen, nichts", sagte Musk. Dort oben gebe es "kein Wetter". "Wenn wir dieses Ding bauen, um zum Mond oder zum Mars zu fliegen, warum dann nicht auch zu anderen Orten auf der Erde?"

Neu sind die Mars-Pläne des Milliardärs nicht. Bereits Ende September 2016 hatte er eine Besiedlung des Planeten angekündigt. Viele Experten halten eine bemannte Mission zum Mars in näherer Zeit auch durchaus für möglich. Allerdings gibt es am ambitionierten Zeitplan Zweifel. "Ich persönlich finde das Zeitfenster sehr gewagt", sagt Markus Czupalla, Professor für Raumfahrtsystemtechnik von der Fachhochschule Aachen. Der Leiter des Instituts für Luft- und Raumfahrttechnik an der TU Dresden, Martin Tajmar, ist von den Plänen hellauf begeistert: "Wenn nur die Hälfte von dem, was Musk erzählt, stimmt, ist das fantastisch."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. September 2017 um 07:51 Uhr.

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