Ägyptens Präsident Mursi will Wirtschaftsprobleme lösen

Ägyptens Präsident Mursi während einer Fernsehansprache. (Bildquelle: Reuters)

Präsident Mursi will Ägyptens Wirtschaft in Schwung bringen

Erst die Verfassung, nun die Wirtschaft

Nach der Annahme einer neuen Verfassung hat der ägyptische Präsident Mohammed Mursi die Einheit des Landes beschworen. "Ich wiederhole meinen Aufruf an alle politischen Parteien und Kräfte, sich am Dialog zu beteiligen", sagte er in einer Fernsehansprache. Es müsse jetzt darum gehen, Gräben zu überwinden und die Not leidende Wirtschaft des Landes wieder in Schwung zu bringen.

In der Ansprache lobte Mursi die neue Verfassung als "Tagesanbruch für ein neues Ägypten". Sie bilde die Grundlage für eine neue Republik. Gleichzeitig gestand er aber auch ein, dass ein "respektabler" Teil der Bevölkerung gegen die Verfassung gestimmt habe. Konsequenzen daraus kündigte er aber nicht an.

"Enorme Herausforderungen, große Wachstumschancen"

Mursi versprach, nun alle seine Anstrengungen auf die ägyptische Wirtschaft zu konzentrieren, "die sich enormen Herausforderungen gegenübersieht, aber auch große Wachstumschancen hat". Er befinde sich zu der dafür nötigen Regierungsumbildung bereits in Gesprächen mit Regierungschef Hischam Kandil.

Mursi unterschreibt die neue Verfassung (Bildquelle: Reuters)
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Nachdem Mursi die neue Verfassung unterzeichnet hatte, gaben die Börsenkurse in Kairo nach.

Konkrete Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft nannte Mursi nicht, er kündigte aber an, das arabische Land attraktiver für Investoren zu machen. Damit reagierte er möglicherweise auf den Druck der Börse und der Ratingagentur Standard & Poor´s. Nach der Inkraftsetzung der neuen, islamistisch geprägten Verfassung hatten die Börsenkurse in Kairo nachgegeben. Bereits am Montag hatte S&P die Kreditwürdigkeit des Landes gesenkt und dies mit den politischen Grabenkämpfen begründet.

Die Wirtschaft Ägyptens hat seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Hosni Mubarak Anfang 2011 enorme Probleme. Unter der unruhigen politischen Lage leidet der Tourismus, die Haupteinnahmequelle des Landes, sehr. Auch ausländische Investoren hatten sich zurückgezogen. Sie fürchten unter anderem den neuen politischen Kurs der Islamisten um Mursi.

"Der Präsident redet mit sich selbst"

Die größte Oppositionsgruppe, die Nationale Heilsfront, lehnte das Dialogangebot Mursis bereits ab. "Der Präsident redet mit sich selbst", sagte Oppositionssprecher Hussein Abdel Ghani. Die meisten Beteiligten des Dialogs seien entweder islamistische Parteien oder verkappte Anhänger der Regierung, die nur als Oppositionelle aufträten.

Stand: 26.12.2012 21:20 Uhr

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