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Mohammed Mursi

Ägyptens Präsident besucht Deutschland

Was Mursi in Berlin will

Ägyptens Präsident Mursi ist zu seinem Besuch in Berlin eingetroffen. Wegen der Unruhen im eigenen Land ist seine Visite aber verkürzt worden. Ein Treffen mit Frankreichs Regierung hatte das islamistische Staatsoberhaupt abgesagt. Nach Berlin kommt Mursi vor allem aus wirtschaftlichem Interesse.

Von Hans Michael Ehl, ARD-Hörfunkstudio Kairo

Imagepflege ist angesagt, wenn der ägyptische Präsident Mohamed Mursi in Deutschland zu Gast ist. Der Islamist wird versuchen, alle Vorbehalte gegen eine stärkere Islamisierung des Landes zu zerstreuen. Er wird um Geduld bitten, was demokratische Fortschritte in Ägypten angeht.

Menschenrechtsorganisationen bescheinigen dem ehemaligen Muslimbruder, dass es seit dem Beginn seiner Präsidentschaft vor einem halben Jahr eher schlechter bestellt ist um Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung und vor allem um die Minderheitenrechte zum Beispiel der Christen, als unter dem früheren Machthaber Husni Mubarak.

Mursi zu Besuch in Berlin
tagesschau 12:00 Uhr, 30.01.2013, Robin Lautenbach, ARD Berlin

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Deutschland ist drittwichtigster Handelspartner

Mursi hat ein starkes wirtschaftliches Interesse an Deutschland. Deutschland ist nach den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien der drittwichtigste Handelspartner Ägyptens. Es ist der größte Markt in Nordafrika mit mehr als 83 Millionen Einwohnern. Die gemeinsame Handelsbilanz lag zuletzt bei knapp vier Milliarden Euro.

Die Ungewissheit über den zukünftigen Wirtschaftskurs, den die Islamisten in Ägypten fahren wollen, und die Gewalteskalationen der vergangenen Jahre haben viele Investoren abgeschreckt. Auch weniger Touristen kommen.

Mit rund zehn Prozent standen die Deutschen vor der Revolution hinter Russen und Briten an der dritten Stelle der Besucherstatistiken am Nil und in den Ressorts am Roten Meer. Nach wie vor haben die Touristenzahlen nicht das Vor-Revolutionsniveau erreicht.

Ägyptische Wirtschaft auf Talfahrt
ARD-Morgenmagazin, 30.01.2013, Florian Gediehn, SWR

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Hoffen auf finanzielle Zusagen

Selbstverständlich wird es auch ums Geld gehen. Zweieinhalb Milliarden Euro schuldet Ägypten Deutschland. Ein Erlass von fast einer Viertel Milliarde ist vereinbart, aber im Moment eingefroren. Auch ein Kredit des Internationalen Währungsfonds über fünf Milliarden Euro ist nicht freigegeben.

Mursi wird darauf hoffen, dass finanzielle Zusagen aus Deutschland auch bei anderen westlichen Gebern für gutes Klima sorgen.

Stand: 30.01.2013 13:25 Uhr

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