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Ägyptens Präsident Mursi vereidigt
"Die Geburt der zweiten Republik"
Der neue ägyptische Präsident Mohammed Mursi ist vor dem Verfassungsgericht in Kairo vereidigt worden. Mursis Amtsantritt markiere "die Geburt der zweiten Republik", sagte ein Verfassungsrichter bei der Zeremonie. Zuvor hatten Hunderte Anhänger dem ersten frei gewählten Präsidenten Ägyptens bei dessen Ankunft vor dem Gerichtshof zugejubelt.
Der frühere Muslimbruder Mursi wollte seinen Amtseid ursprünglich vor dem Parlament ablegen. Die Militärs, die seit dem Sturz des früheren Machthabers Hosni Mubarak das Land regieren, hatten aber auf den Festakt im Verfassungsgericht bestanden. Zuvor hatten sie das islamistisch dominierte Parlament vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahl im Juni aufgelöst.
Mursi will sich Militärrat nicht beugen
Gestern Abend hatte Mursi vor Zehntausenden Anhängern auf dem Tahrir-Platz in Kairo bereits symbolisch seinen Amtseid abgelegt. Bei diesem Auftritt machte er deutlich, dass er sich dem Druck des Militärrats nicht beugen wolle. "Ich fürchte niemanden außer Gott", sagte er. Die Macht des Volkes stehe über allem und niemand könne dem Präsidenten seine Befugnisse nehmen, sagte er an die Generäle gerichtet. Zugleich kündigte er eine Fortsetzung der Revolution an und erklärte, dass er der Anführer der Revolution sei.
Der Militärrat hatte sich noch vor Bekanntgabe der Ergebnisse der Stichwahl um das Präsidentenamt mit einer Übergangsverfassung wichtige Machtbefugnisse gesichert und damit die Stellung des Staatsoberhaupts noch vor dessen Amtsantritt geschwächt.
Stand: 30.06.2012 13:32 Uhr
