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Großdemonstration in Ägypten gegen Verfassungsänderung
"Die Muslimbrüder haben die Revolution gestohlen"
Hunderttausende Demonstranten haben in Ägypten gegen die umstrittene Verfassungsänderung von Präsident Mohammed Mursi protestiert. Die Veranstalter gingen allein in Kairo von 200.000 Teilnehmern aus. "Das Volk will den Sturz des Regimes", skandierten sie bei einer Kundgebung auf dem zentralen Tahrir-Platz in der Hauptstadt. Außerdem trugen sie Transparente mit Sprüchen wie "Die Muslimbrüder haben die Revolution gestohlen".
Treffen zwischen Mursi und Justizrat ohne Ergebnisse
Die Proteste richten gegen die Verfassungserklärung, die Präsident Mursi am Donnerstag erlassen hatte und mit der er seine Machtbefugnisse in Ägypten stark ausgeweitet hatte. Wegen des umstrittenen Dekrets hatte sich Mursi am Montagabend mit dem Obersten Rat der Justiz getroffen; die Gespräche brachten aber keine nennenswerte Annäherung. Der Präsident habe den Richtern gegenüber aber klargestellt, dass nur die "souveränen Befugnisse" Mursis unwiderruflich seien.
Hunderttausende protestieren gegen Verfassungsänderung
tagesschau 20:00 Uhr, 27.11.2012, Thomas Aders, ARD Kairo
Muslimbruderschaft sagte Gegendemonstration ab
Die islamistische Muslimbruderschaft hatte zunächst ebenfalls ihre Anhänger zu einer Kundgebung aufgerufen. Der politische Arm der Bewegung, die Partei für Freiheit und Gerechtigkeit, sagte die Demonstration aber wieder ab, um Gewalt zu vermeiden.
Bereits vor dem Beginn der Demonstration kam es in Kairo zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei. In der Nähe der US-Botschaft unweit des Tahrir-Platzes warfen die jungen Demonstranten Steine auf Beamte. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums kamen dabei drei Menschen ums Leben.
Kommentar: Esther Saoub (SWR) zur Lage in Ägypten
tagesthemen 22:25 Uhr, 26.11.2012
Stand: 28.11.2012 01:32 Uhr
