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Ägyptens Präsident Mohammed Mursi

Anhaltende Gewalt in Ägypten

Mursi sucht mit Richtern nach Weg aus der Krise

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat angesichts des anhaltenden Konflikts nach der Ausweitung seiner Macht für heute Vertreter des Obersten Richterrats zu einem Gespräch eingeladen. Bei dem Treffen will er laut Medienberichten mit den Richtern einen Weg aus der Krise suchen.

Der Oberste Richterrat, der gegen Mursis Anordnungen Sturm gelaufen war, signalisierte seinerseits Gesprächsbereitschaft. Die Richter, von denen viele aus Protest in den Ausstand getreten sind, werfen dem Staatsoberhaupt vor, die Unabhängigkeit der Justiz untergraben zu wollen. Die Richtervereinigung erklärte, die Juristen wollten ihre Arbeit erst wieder aufnehmen, wenn Mursi seine Verfassungserklärung zurücknimmt.

Erstes Todesopfer bei Protesten gegen Mursi
C. Wegerhoff, ARD Kairo
26.11.2012 08:23 Uhr

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Mursis Dekrete sollen nur vorübergehend gelten

Das Präsidialamt versicherte am Abend angesichts der anhaltenden Proteste, dass die Dekrete nur vorübergehend gelten sollten. In einer Erklärung wurde der Wunsch formuliert, einen Dialog mit allen politischen Kräften zu führen. Mursi ist offensichtlich durch die heftigen Reaktion auf seine Dekrete verunsichert. Gestern rief er laut Staatsmedien zum zweiten Mal innerhalb von 24 Stunden seine Berater zusammen.

Mursi will mit Richtern über umstrittenene Machterweiterung sprechen
tagesschau 17:00 Uhr, 26.11.2012, Thomas Aders, ARD Kairo

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Am Donnerstag hatte Mursi seine eigenen Befugnisse durch eine Verfassungserklärung stark ausgebaut. Per Dekret verfügte er, dass seine Anordnungen nicht mehr anfechtbar sind. Kritiker sehen darin eine vollständige Entmachtung des Justizsystems. Mursi schützte durch seine Dekrete auch das Oberhaus des Parlaments und den Ausschuss, der eine neue Verfassung erarbeiten soll, vor richterlichen Anordnungen. Beide Gremien werden von Islamisten dominiert. Bei dem heutigen Treffen wollen die Richter Mursi nun davon überzeugen, die Unantastbarkeit folgenschwerer Entscheidungen wie Kriegserklärungen und eine Verhängung des Kriegsrechts einzuschränken.

Demonstranten auf dem Tahrir-Platz in Kairo
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Wie hier auf dem Tahrir-Platz gehen die Kundgebungen von Anhängern und Gegnern Mursis seit Tagen weiter - zahlreiche Menschen wurden bei den Auseinandersetzungen bereits verletzt.

Erster Todesfall bei Auseinandersetzungen

Unterdessen gingen die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Anhängern Mursis weiter. Dabei kam es auch zu einem ersten Todesfall. Bei einem Angriff auf das Büro der Muslimbruderschaft in der Stadt Damanhur sei am Abend ein Mensch ums Leben gekommen, berichtete der arabische Fernsehsender Al-Dschasira. Seit Beginn der Proteste sollen zudem bereits mehr als 500 Menschen verletzt worden sein. Morgen wollen sowohl die Islamisten als auch die liberalen Kräfte erneut auf die Straße gehen. Viele Ägypter erwarten bei den angekündigten Großkundgebungen eine weitere Eskalation der Gewalt.

Stand: 26.11.2012 05:50 Uhr

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