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10.02.2010

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Erster Jahrestag: Gedenken an die Opfer von Mumbai
Erster Jahrestag

"Mumbai ist viel sensibler geworden"

Ein Jahr nach den Terrorangriffen auf die indische Finanzmetropole Mumbai ist mit Paraden, Lichterketten und Friedensfeiern der mehr als 160 Opfer gedacht worden. Viele nutzten den Tag zu privatem Gedenken - denn ein Regierungsbericht zu den Anschlägen ist bis heute unter Verschluss.

Von Sabina Matthay, ARD-Hörfunkstudio Südasien

Schüler gedenken der Opfer des Terrors in Mumbai (Foto: AFP) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Schüler gedenken der Opfer des Terrors in Mumbai. ]
Ein Jahr nach der Anschlagswelle, bei der über 160 Menschen starben, hat die indische Großstadt den Jahrestag mit Paraden und Gedenkfeiern, Lichterketten und Friedensdemonstrationen begangen.

Ein Kommando der pakistanischen Terror-Organisation Lashkar-e Toiba war am 26. November 2008 in Mumbai eingefallen und hatte viele prominente Ziele angegriffen, darunter den Hauptbahnhof, zwei Luxushotels, ein jüdisches Begegnungszentrum und ein beliebtes Touristenlokal. Sie konnten Geiseln nehmen, Granaten werfen, sich Gefechte mit Sicherheitskräften liefern. Erst nach drei Tagen bekamen Soldaten und Polizisten die Lage in den Griff. Einem einzigen Attentäter wird seit dem Frühjahr der Prozess gemacht.

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Sicherheitskräfte mit neuer Ausrüstung

Ein Jahr nach den Anschlägen präsentierten sich die Sicherheitskräfte in Mumbai mit nagelneuer Ausrüstung: "Sieht aus, als seien Polizei und Armee heute in der Lage, uns besser zu schützen", meint ein Passant. Doch solch optimistischen Stimmen stehen jene gegenüber, die resigniert haben: Während der Prozess gegen den Pakistaner Ajmal Kasab, den einzigen Attentäter in Polizeigewahrsam, sich hinzieht, hält die indische Regierung den Bericht über das offensichtliche Versagen der indischen Sicherheitsorgane während der drei Terror-Tage unter Verschluss.

Interview:

Das "Taj Mahal Palace"-Hotel in Mumbai, ein Jahr nach den Anschlägen. (Foto: AFP)
Weitere Meldungen Ein Jahr nach den Anschlägen von Mumbai "Indien ist nicht in alte Muster verfallen", sagt ARD-Korrespondent Florian Meesmann. [mehr]

Keine personellen Konsequenzen in Mumbai

Kein einziger ranghoher Polizeibeamter wurde entlassen oder auch nur gerügt. Die meisten Politiker, die infolge der Anschlagswelle zurücktreten mussten, sind wieder im Amt - manche gar mit Beförderung.

So nutzten viele Menschen in Mumbai diesen Tag zum privaten Gedenken: Manche entzündeten Kerzen vor dem Gebäude der jüdischen Chabad-Organisation, aus dem nur ein kleiner Junge gerettet werden konnte. "Wir wollen Frieden", sagt beispielsweise eine trauernde Frau.

Bilder:

Indien gedenkt der Anschläge von Mumbai
Bilderstrecke Indien gedenkt der Anschläge von Mumbai Landesweit fanden Lichterketten, Zeremonien und Schweigeminuten statt. [mehr]

Schatten auf dem Friedensprozess mit Pakistan

Zuvor hatten sich Hunderte, darunter Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan, mit Zeichnungen, Friedensbotschaften und Handabdrücken auf einer Mauer verewigt. Diese Mauer soll künftig als Mahnmal gegen Gewalt und für das friedliche Zusammenleben aller religiösen und ethnischen Gruppen in der Metropole Mumbai stehen. "Mumbai ist viel sensibler geworden", meint ein Mädchen. "Diese Mauer zeigt doch, dass die Menschen hier eine hellere Zukunft wollen."

Doch die Attacken der Terroristen haben auch einen Schatten auf den Friedensprozess zwischen Indien und Pakistan geworfen. Zwar begrüßte die Regierung in Neu-Delhi, dass im Nachbarland jetzt Anklage gegen mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge erhoben worden ist. Doch an der Ernsthaftigkeit Islamabads bei der Bekämpfung einheimischer Terrorgruppen zweifeln die Inder weiterhin.

Stand: 26.11.2009 15:04 Uhr
 

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