Robert Mugabe | Bildquelle: dpa

Trotz Krise in Simbabwe Mugabe feiert pompöses Fest

Stand: 25.02.2017 22:20 Uhr

Trotz Wirtschaftskrise und Armut hat Simbabwes Präsident Robert Mugabe seinen 93. Geburtstag aufwendig gefeiert. Etwa 1,9 Millionen Euro ließ sich die Regierungspartei Zanu-PF die Feier mit Tausenden Gästen kosten.

Mit einer pompösen Feier hat Simbabwes autoritär regierender Präsident Robert Mugabe seinen 93. Geburtstag gefeiert. Die Regierungspartei Zanu-PF organisierte das Fest nahe der zweitgrößten Stadt Bulawayo. Zu den Gästen zählten tausende Anhänger des inzwischen ältesten Staatsoberhaupts der Welt. Die Party fand in einem großen Festzelt statt, das mit Porträts von Mugabe in jüngeren Jahren geschmückt war.

Mugabe sprach rund eine Stunde lang zu seinen Gästen, wobei er über lange Strecken Pausen einlegte und manchmal nuschelte. "Es ist nicht immer einfach vorherzusagen, ob man nächstes Jahr noch leben wird, auch wenn man dieses Jahr lebendig ist", sagte der 93-Jährige. Dies liege allein in der Macht Gottes. Zu seinem Geburtstag hatte der Präsident allerdings auch deutlich gemacht, dass er nicht daran denke, abzutreten.

Mugabe bewundert seine Geburtstagstorten | Bildquelle: AFP
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Mugabe bewundert die für ihn angefertigten Geburtstagstorten.

Robert Mugabe und seine Frau Grace bei der Geburtstagsfeier | Bildquelle: dpa
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Mugabe-Kritiker vermuten, dass Grace Mugabe die Amtsgeschäfte lenkt.

Mugabe trug einen schwarzen Cowboy-Hut und einen mit seinem Konterfei bedruckten Anzug in den Parteifarben schwarz, gelb, rot und grün. Auch seine Frau Grace und andere hochrangige Parteimitglieder trugen solche Jacken.

Organisiert wurde ein Festessen, zu dem auch riesige Geburtstagstorten zählten, darunter eine in Form von Mugabes Mercedes-Limousine. Schon Mugabes eigentlicher Geburtstag am vergangenen Dienstag hatte tagelange Feierlichkeiten sowie Lobgesänge auf den Präsidenten in den Staatsmedien nach sich gezogen. Die Kosten der Feierlichkeiten werden auf fast zwei Millionen Euro geschätzt.

Arme Bauern mussten Vieh liefern

Bei Oppositionsgruppen und Anwohnern stieß das Fest auf Protest. Angesichts der Nahrungsmittelknappheit in dem afrikanischen Land gab es etwa Kritik an dem verschwenderischen Festessen. Aktivisten sagten, arme Bauern hätten Vieh für das Festmahl zur Verfügung stellen müssen. Der Regierungskritiker Promise Mkwananzi nannte die hohen Kosten der Feier "idiotisch und frivol".

Kritik gab es auch an der Auswahl des Veranstaltungsortes in einer Schule. In der Nähe werden die sterblichen Überreste zahlreicher Regierungskritiker vermutet, deren Widerstand Mugabe Anfang der 80er Jahre blutig niederschlagen ließ.

Mugabe herrscht seit 37 Jahren. Nach Jahren der Rezession und Hyperinflation steckt Simbabwe in einer tiefen Krise. Dieses Jahr könnte die Wirtschaft des südafrikanischen Landes um weitere 2,7 Prozent schrumpfen, schätzt der Internationale Währungsfonds. Infrastruktur, Schulen und Gesundheitsversorgung sind in desolatem Zustand. 80 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung schlagen sich etwa als Straßenhändler oder Tagelöhner durch, und der Staat bezahlt seine Angestellten nur verspätet.

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