US-Sonderermittler Robert Mueller | Bildquelle: AP

Russland-Affäre Mueller hat viele Fragen an Trump

Stand: 01.05.2018 17:05 Uhr

Mehr als 40 Fragen hat FBI-Sonderermittler Mueller an US-Präsident Trump geschickt. Die "New York Times" veröffentlichte den Fragenkatalog - und zog damit den Zorn des Twitter-Präsidenten auf sich.

Hat das Team von Präsident Donald Trump im Wahlkampf heimlich mit Russland kooperiert? Diese Frage beschäftigt FBI-Sonderermittler Robert Mueller. Nun hat er Trump direkt im Visier: Mueller schickte dem Präsidenten eine Liste mit Dutzenden Fragen.

Die "New York Times" berichtete über die Liste. Sie soll mehr als 40 Fragen enthalten. Dabei geht es auch um den Verdacht einer möglichen Justizbehinderung durch Trump.

Was wusste Trump - und wann?

Mueller möchte dem Bericht zufolge wissen, ob Trump von möglichen illegalen Kontakten zwischen seinem Wahlkampfteam und Moskau gewusst hat - darunter auch ein Treffen mit einer russischen Anwältin im Juni 2016 im Trump Tower, bei dem es um brisantes Material über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gegangen sein soll. "Wann haben Sie von dem Treffen im Trump Tower erfahren?", lautet demnach eine der Fragen. Laut "New York Times", die sich auf eine Quelle außerhalb von Trumps Anwaltsteam beruft, will Mueller außerdem von Trump wissen, ob er mit Mitarbeitern seines Wahlkampfteams über Pläne für ein mögliches Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gesprochen hat.

US-Präsident Trump spricht bei einer Pressekonferenz. | Bildquelle: AP
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Warum hat Trump FBI-Chef Comey entlassen?, lautet eine der Fragen.

In weiteren Fragen geht es dem Bericht zufolge um die Beweggründe des Präsidenten, den früheren FBI-Direktor James Comey zu feuern. Mueller fragt demnach auch, ob Trump seinem früheren Sicherheitsberater Michael Flynn eine Begnadigung angeboten hat. "Welche Anstrengungen wurden unternommen, um auf Herrn Flynn zuzugehen, um ihm Immunität oder eine mögliche Begnadigung zu gewähren?", lautet demnach eine der Fragen.

Verdacht der Justizbehinderung

Die Fragen deuten darauf hin, dass Mueller genug Indizien hat, um dem Verdacht einer Justizbehinderung durch Trump nachzugehen. Diesem Verdacht hatte sich Trump unter anderem durch die Entlassung von FBI-Chef Comey im vergangenen Mai ausgesetzt.

Mueller hat zudem offenbar Grund zu der Annahme, dass Trump von den Russland-Kontakten seines Wahlkampfteams gewusst haben könnte. Es gibt allerdings weiter keine Hinweise darauf, dass Mueller den Präsidenten selbst als Ziel der Ermittlungen betrachtet oder Beweise für aktive Absprachen mit Russland gefunden hat. Der Sonderermittler und sein Team klagten bereits mehrere frühere Trump-Mitarbeiter an, unter anderem seinen Wahlkampf-Manager Paul Manafort.

Trump kontert auf Twitter

Trump kritisierte es auf Twitter als "so infam", dass die Fragen an die Medien "durchgestochen" worden seien. Der Präsident bezeichnete sich erneut als Opfer einer "Hexenjagd". Die angeblichen illegalen Absprachen mit Russland seien ein "erfundenes Verbrechen". Auch erscheine es als "sehr schwierig, die Justiz wegen eines Verbrechens zu behindern, das nie geschehen ist".

Trump hatte die Vorwürfe wiederholt allesamt zurückgewiesen. Kürzlich berief er den früheren New Yorker Bürgermeister Rudi Giuliani in sein Anwaltsteam, das mit Sonderermittler Mueller die Konditionen einer möglichen Zusammenarbeit aushandeln soll.

Mit Informationen von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Sonderermittler Mueller schickt Trump Fragen über Russland-Verbindungen
Jan Bösche, ARD Washington
01.05.2018 16:38 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Mai 2018 um 18:00 Uhr.

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