Straßenkampf in der irakischen Stadt Mossul | Bildquelle: dpa

Kampf gegen den IS Heftiger Häuserkampf in Mossul

Stand: 11.01.2017 20:19 Uhr

Im Kampf um Mossul meldet die irakische Armee Erfolge. Aber noch immer ist der Westen der Stadt in der Hand der IS-Terrormiliz - und der Häuserkampf geht weiter. Wer kann, der flüchtet.

Von Anna Osius, ARD-Studio Kairo

Der Häuserkampf in Mossul ist in vollem Gange. Jeden Tag kommen neue Meldungen, welche Viertel und Straßenzüge von der Terrormiliz "Islamischer Staat" befreit wurden. Mittlerweile haben die irakischen Streitkräfte und ihre Verbündeten das östliche Ufer des Tigris erreicht, der durch Mossul fließt. Die Dschihadisten zogen sich vor allem in den Westteil der Stadt zurück.

Irakische Soldaten erreichen den Tigris

"Wir sind in das Palästinenser-Viertel vorgerückt und haben die Gegend jetzt komplett eingenommen", sagt ein irakischer Elitesoldat. "Wir sind jetzt am Ufer des Tigris". Die IS-Kämpfer seien alle geflohen, kein einziger sei zurückgeblieben. "Die meisten sind jetzt im Westen von Mossul."

Die irakische Armee rückt weiter in Mossul vor. | Bildquelle: dpa
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Die irakische Armee rückt weiter in Mossul vor.

Doch noch sind nicht alle Viertel im Osten Mossuls befreit, in einigen leisten die Extremisten noch erbitterten Widerstand, setzen Heckenschützen und Sprengfallen ein. Sie verschanzen sich teilweise in den Häusern der Zivilbevölkerung und nehmen die Familien als menschliche Schutzschilde.

Bewohner leiden an Hunger und Durst

Erleichtert zeigt sich ein Bewohner eines kürzlich befreiten Viertels: "Das Leben war so schwer, wir hatten ständig Angst. Wir hatten Hunger und Durst. Aber jetzt sind wir Gott sei Dank in Sicherheit."

Doch immer noch leben Zehntausende Menschen in Mossul unter Herrschaft des IS. Zu den Zivilisten im Westteil der Stadt haben Helfer keinen Zugang. Die Vereinten Nationen sind sehr besorgt wegen der humanitären Lage dort. Täglich geraten bei den Kämpfen in Mossul Zivilisten zwischen die Fronten, werden getötet oder verletzt.

Westen Mossuls weiterhin in Händen des IS
tagesschau 20:00 Uhr, 12.01.2017, Volker Schwenck, ARD Kairo

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Viele Schwerverletzte in den Krankenhäusern

Laut Jens Laerke vom UN-Nothilfebüro ist die Zahl der Schwerverletzten durch die zunehmenden Kämpfe nahe der Front besonders hoch. In der vergangenen Woche seien mehr als 680 Schwerverletzte aus Ostmossul in benachbarte Krankenhäuser gebracht worden. "Die Woche davor waren es sogar mehr als 800 Schwerverletzte. Also sehr viele."

Wer irgendwie kann, flieht vor der Gewalt. Bilder zeigen lange Schlangen von Einwohnern, die mit allem, was sie an Hab und Gut tragen können, Mossul verlassen. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind mittlerweile mehr als 135.000 Menschen aus dem Großraum Mossul auf der Flucht. Und täglich kämen neue dazu.

"Anfang Januar sind 4000 Menschen an einem Tag vor den Kämpfen geflohen", sagt Laerke. Das sei eine der größten Fluchtbewegungen an einem Tag gewesen. "Jetzt haben wir immer noch täglich etwa 1000 Menschen, die flüchten."

Pro Tag 1000 neue Flüchtlinge

1000 Menschen pro Tag  - eine große Herausforderung für die Helfer in der Region. Die Zivilisten kommen in Flüchtlingslagern rund um Mossul unter, doch viele davon sind mittlerweile hoffnungslos überfüllt. Die Lebensbedingungen in den Zelten sind schwierig, vor allem jetzt im Winter.

Den Westen von Mossul einzunehmen dürfte noch heikler werden: Die Stadtviertel dort sind dichter besiedelt, dadurch sind Luftangriffe der Anti-IS-Koalition unter Führung der USA schwierig. Zivilisten befinden sich in akuter Gefahr, zwischen die Fronten zu geraten oder vom IS als menschliche Schutzschilde missbraucht zu werden.

Der Sturm auf Mossul - er ist offenbar noch lange nicht vorbei.

Sturm auf Mossul - Häuserkampf in vollem Gange
A. Osius, ARD Kairo
11.01.2017 19:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 11. Januar 2017 um 17:31 Uhr

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