Hintergrund

Autowrack vor einem Straßenschild in der Nähe von Mossul | Bildquelle: REUTERS

Überblick Wer kämpft in Mossul gegen den IS?

Stand: 17.10.2016 14:26 Uhr

Mit der Offensive auf Mossul soll die letzte Bastion der Terrormiliz "Islamischer Staat" im Irak befreit werden. Dafür hat sich ein breites Militärbündnis gebildet, dessen Mitglieder jedoch alle auch ihre eigenen Interessen verfolgen. Ein Überblick.

Peschmerga: Die Kämpfer der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak kontrollieren große Teile des Umlands von Mossul. Sie sollen die Operation nach einer Absprache mit der Zentralregierung unterstützen, aber nicht in die Stadt selbst einrücken. Dafür dürften sie mehrere Orte im Umland von Mossul unter ihre Kontrolle bringen.

Irakische Armee: Das von den USA mit ausgebildete Militär soll die Offensive anführen und auch in die Stadt einrücken, vorneweg Spezialeinheiten, die schon andernorts gegen den IS gekämpft haben. An der Seite der Armee sollen auch Einheiten der Polizei kämpfen.

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#Chammal - Au sein de la coalition, la Task Force Wagram (artillerie) est pleinement opérationnelle. https://t.co/ArfDtGKuyK

Internationale Koalition: Die Flugzeuge des von den USA geführten Bündnisses sind bereits seit mehr als seit zwei Jahren im Irak im Einsatz. Sie unterstützen die Mossul-Kampagne mit Luftangriffen.

Außerdem sind Hunderte Soldaten aus den USA und Frankreich nahe Mossul eingesetzt. Dazu gehört eine Artillerieeinheit der französischen Armee, die den Vormarsch mit vier 155mm-Geschützen unterstützt. Nach Angaben der französischen Armee gehören zu der Task Force Wagram etwa 150 Soldaten. Ein Twitter-Video soll die Caesar-Einheiten beim Beschuss zeigen.

Die US-Armee richtete vor einigen Monaten eine Artilleriestellung südöstlich von Mossul. Öffentlich wurde dies erst, nachdem im März ein Soldat durch eine vom IS abgefeuerte Rakete getötet wurde. Nach Armeeangaben sollen zwischen 100 und 200 US-Marines dort in einer "defensiven Rolle" stationiert sein.

Lokale Milizen: An der Seite der Armee kämpfen mehrere Tausend Mitglieder lokaler sunnitischer Milizen sowie von Stammeseinheiten. Sie sind unter anderem vom türkischen Militär ausgebildet worden.

Schiitische Milizen: Auch diese berüchtigten Milizen erklärten im Vorfeld, sie würden an dem Feldzug teilnehmen. Allerdings ist ihr Einsatz hochbrisant. Mossul ist im Irak die größte Hochburg der Sunniten. Diese lehnen einen Einsatz schiitischer Milizen ab. Sollte es dazu kommen, befürchten Beobachter einen Zerfall des Bündnisses.

Türkei: Das türkische Militär hat unweit von Mossul Soldaten stationiert, die sunnitische Milizen und Peschmerga ausbilden. Der Irak fordert den Abzug der Einheiten, was Ankara jedoch ablehnt.

PKK: Nordwestlich von Mossul sind auch Kämpfer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK stationiert, die von der Türkei bekämpft wird. Sie könnten aktiv werden, wenn auch die türkischen Soldaten in die Operation eingreifen sollten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 17. Oktober 2016 um 09:00 Uhr.

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