Rauch über dem Ort Baschika bei Mossul | Bildquelle: REUTERS

Kämpfe im Irak IS nimmt bei Mossul Hunderte Geiseln

Stand: 08.11.2016 13:26 Uhr

Der IS befindet sich rund um Mossul in der Defensive. Irakische Einheiten rücken immer weiter auf die Stadt vor, in der Tausende IS-Kämpfer vermutet werden. Nach Informationen der UN hat der IS dort Hunderte Menschen als Geiseln genommen.

Die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat nach UN-Erkenntnissen in der Nähe der irakischen Großstadt Mossul 295 Geiseln genommen. Bei ihnen handele sich um frühere Mitglieder der Sicherheitskräfte, erklärte UN-Menschenrechtssprecherin Ravina Shamdasani in Genf.

Demnach zwangen die IS-Kämpfer auch 1500 Familien, sich mit ihnen aus der Stadt Hammam al-Alil in Richtung des Flughafens Mossul zurückzuziehen. Offenbar sollten die Betroffenen entweder als Schutzschilde missbraucht oder getötet werden, sagte die Sprecherin.

Weitere Ortschaft erobert

Die irakische Armee kämpft seit Wochen in einer Großoffensive gegen die radikalen Islamisten und versucht, die Millionenstadt Mossul zurückzuerobern. Dabei werden die Streitkräfte von kurdischen und schiitischen Milizionären sowie einer internationalen Koalition unter Führung der USA unterstützt. Östlich von Mossul brachte die Streitkräfte die Stadt Baschika unter ihre Kontrolle.

In Mossul werden zwischen 3000 und 5000 IS-Kämpfer vermutet. Es wird ein schwieriger und langer Häuserkampf bis zur völligen Rückeroberung der Stadt erwartet. Die Kämpfe um Mossul trieben nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration bereits mehr als 34.000 Zivilisten in die Flucht.

Mossul ist eine der letzten Bastionen des IS. Die Dschihadisten hatten die strategisch bedeutsame Stadt im Juni 2014 eingenommen.

Massengrab wird untersucht

Ein am Vortag südlich von Mossul entdecktes Massengrab wird nun von irakischen Experten untersucht. Ersten Schätzungen zufolge befinden sich in dem Massengrab etwa 100 Leichen, viele von ihnen enthauptet. Ein Brigadegeneral sagte, die Untersuchung werde vermutlich mehrere Tage dauern.

Über dieses Thema berichteten am 08. November 2016 Inforadio um 06:03 und 07:23 Uhr und DLF um 14:00 Uhr in den Nachrichten.

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