Irak mit Bagdad und Mossul

Untersuchung des US-Luftangriffs Mehr als 100 tote Zivilisten in Mossul

Stand: 25.05.2017 18:45 Uhr

Bei einem US-Angriff auf den Westteil der irakischen Stadt Mossul hatte im März ein einstürzendes Gebäude viele Zivilisten unter sich begraben. Eine Untersuchung des US-Verteidigungsministeriums ergab nun, dass dabei mindestens 105 Menschen getötet wurden.

Bei einem US-Luftangriff auf ein Gebäude im irakischen Mossul sind im März mehr als 100 Zivilisten getötet worden. Das ergaben Ermittlungen des Pentagons, deren Ergebnisse jetzt veröffentlicht wurden.

Der Abwurf einer Bombe habe Experten zufolge Explosionen von Sprengsätzen ausgelöst, die heimlich von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat versteckt worden seien. Diese Detonationen sorgten laut dem US-Militär dafür, dass das Betongebäude einstürzte.

Luftangriffe seit 2014

Es handelt sich wahrscheinlich um die größte Zahl von Zivilisten, die bei einem einzelnen Vorfall im Kampf gegen den IS getötet wurden. Der Chefermittler in dem Fall, Matthew Isler, erklärte, 101 Zivilisten seien in diesem und vier weitere in einem weiteren, nahe gelegenen Gebäude getötet worden. 36 Zivilisten würden noch vermisst.

Die USA und ihre Verbündeten hatten im Jahr 2014 mit Luftangriffen auf den IS in Syrien und im Irak begonnen. Die Zahl der jetzt gemeldeten Toten entspricht etwa einem Viertel aller zivilen Opfer seit Beginn der Luftangriffe. Die tatsächliche Zahl dürfte nach Angaben von Beobachtern aber deutlich höher liegen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Mai 2017 um 19:00 Uhr

Darstellung: