IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi, Archivbild | Bildquelle: picture alliance / dpa

Angebliche Audiobotschaft von IS-Chef Durchhalteparolen für IS-Kämpfer in Mossul

Stand: 03.11.2016 13:04 Uhr

Es sind Durchhalteparolen, die vom Anführer der IS-Terrormiliz, al-Baghdadi, stammen sollen: Per Audiobotschaft werden die Kämpfer in Mossul aufgefordert, nicht aufzugeben. Namentlich als Feind genannt wird auch die Türkei.

Von Anne Allmeling, ARD-Studio Kairo

Es ist nicht das erste Mal, dass sich Abu Bakr al-Baghdadi in einer Audio-Botschaft zu Wort meldet. In den vergangenen zwei Jahren hat sich der Chef der Terrororganisation "Islamischer Staat" mehrmals an seine Anhänger gewandt - zu besonders wichtigen Anlässen, wie es scheint: zum Beispiel im Mai 2015, kurz nachdem es dem IS gelungen war, die syrische Oasenstadt Palmyra zu erobern.

Nun, da die Großoffensive gegen den IS im Irak in vollem Gange ist, fordert al-Baghdadi die Extremisten in der IS-Hochburg Mossul zum Durchhalten auf: "Dieser entflammte Krieg und der umfassende heilige Krieg, den der Islamische Staat heute führt, steigern nur unseren festen Glauben und unsere Überzeugung, dass all das nur der Auftakt zum Sieg ist."

Echtheit lässt sich nicht prüfen

Ob es wirklich al-Baghdadi ist, der die Audiobotschaft spricht, lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Die etwa halbstündige Audiobotschaft wurde vermutlich vom IS ins Internet gestellt; die aufgezeichnete Stimme ähnelt früheren Aufrufen des IS-Chefs.

Auch in der Wahl der Sprache bleibt sich Baghdadi augenscheinlich treu: in altmodischen Formulierungen, die an das Arabisch zu Zeiten des Mittelalters erinnern, ruft der selbsternannte "Kalif Ibrahim" seine Anhänger dazu auf, sich dem Feind zur Wehr zu setzen.

"Geht mit Gottes Segen, denn dieser Krieg ist euer Krieg. Macht die Nächte der Ungläubigen zu Tagen; bringt Zerstörung über ihre Häuser und lasst ihr Blut fließen wie Flüsse."

Fahrzeuge der irakischen Armee Bartella nahe Mossul, Bild vom 24.10.2016 | Bildquelle: dpa
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Fahrzeuge der irakischen Armee nahe Mossul (24.10.2016) bei der Offensive zur Befreiung der Stadt vom IS

Spezialkräfte bereits in Randgebieten Mossuls

Seit zwei Wochen versuchen irakische Soldaten, kurdische Peschmerga sowie sunnitische und schiitische Milizen, Mossul von den Dschihadisten zu befreien. Die Millionenstadt ist die letzte verbliebene IS-Hochburg im Irak. Spezialkräften der Armee war es vor zwei Tagen erstmals gelungen, in die Randgebiete der Millionenstadt vorzudringen. Sie wird seit gut zwei Jahren von den Dschihadisten kontrolliert.

Im Juni 2014 hatte der IS Mossul überrannt und unter seine Kontrolle gebracht. Kurz darauf hielt al-Baghdadi eine Freitagspredigt in einer Moschee in der Stadt - sein einziger öffentlicher Auftritt, der gefilmt und im Internet verbreitet wurde.

"Türkei auf Liste der Kampfgebiete"

Wo sich der IS-Chef heute aufhält, ist unklar. Seine Anhänger fordert er auf, auch die Türkei zu bekämpfen:

"Ihr Monotheisten, die Türkei hat sich heute in eure Angelegenheiten eingemischt und in euer Projekt des heiligen Krieges. Also vertraut auf Gott und erobert das Land, verwandelt seine Sicherheit in Horror und seinen Wohlstand in Furcht und stellt die Türkei auf die Liste eurer Kampfgebiete. Und ihr, die Soldaten des Kailfats in Großsyrien, bekämpft die zu euch gekommenen heidnischen türkischen Soldaten, da ihr Blut niederträchtig und unrein ist."

Die Türkei hat Streitkräfte im Nordirak in der Nähe von Mossul stationiert. In den vergangenen Monaten kündigte die türkische Regierung an, ihren Kampf gegen den IS zu verstärken. Zuvor war ihr oft vorgeworfen worden, sich den Extremisten nicht entschieden genug entgegenzustellen.

IS-Chef Baghdadi verbreitet Durchhalteparolen
A. Allmeling, ARD Kairo
03.11.2016 12:19 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 03. November 2016 um 11:23 Uhr

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