Peschmerga-Kämpfer vor Mossul | Bildquelle: REUTERS

Angeblicher Beschuss von IS-Stellungen Greift die Türkei in die Mossul-Offensive ein?

Stand: 24.10.2016 14:43 Uhr

Der Streit über türkische Truppen im Nordirak läuft seit längerem - jetzt sollen diese gegen den Willen Bagdads im Angriff auf Mossul mitgemischt haben. Das zumindest sagt Ankara. Die irakische Regierung aber behauptet etwas anderes.

Die Türkei hat nach eigenen Angaben in die Offensive auf Mossul eingegriffen. Auf Bitten kurdischer Peschmerga-Kämpfer hätten Artillerie und Panzer auf IS-Stellungen geschossen, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim. Die Peschmerga seien bei der Eroberung der Stadt Baschika aus dem nahegelegenen Trainingslager der türkischen Armee heraus unterstützt worden. Dort sollen Hunderte türkische Soldaten auf irakischem Boden Peschmerga-Kämpfer für den Anti-IS-Kampf ausgebildet haben.

Laut Außenminister Mevlüt Cavusoglu haben türkische Truppen seit dem Beginn der Mossul-Offensive 17 IS-Kämpfer im Nordirak durch Artilleriebeschuss getötet. Die Türkei stelle in der internationalen Koalition gegen den IS außerdem vier F16-Kampfjets. Unklar ist, ob diese bereits zum Einsatz kamen.

Der Irak hingegen bestritt, dass türkische Soldaten in die Kämpfe eingriffen. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos dementierte eine "türkische Beteiligung jeder Art". Die Regierung in Bagdad lehnt eine von Ankara gewünschte Beteiligung an der Mossul-Offensive ab. Bagdad fordert außerdem einen Abzug der türkischen Truppen aus Baschika.

Yildirim betonte mit Blick auf das militärische Engagement seines Landes im Irak und in Syrien, die Türkei werde sich keine Erlaubnis dafür holen, gegen Terroristen "sowohl im Land als auch außerhalb des Landes" vorzugehen. Die türkische Regierung befürchtet zudem, dass das mehrheitlich von Sunniten bewohnte Mossul nach der Vertreibung des IS von Kurden und schiitischen Muslimen beherrscht werden könnte.

Alexander Stenzel, ARD Kairo, zzt. Erbil, zur Situation in Mossul
tagesschau24 15:15 Uhr, 24.10.2016

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Hisbollah: Türkei will sich Gebiete einverleiben

Der Führer der mit dem syrischen Regime verbündeten schiitischen Hisbollah-Miliz warf der Türkei vor, sich syrische und irakische Gebiete einverleiben zu wollen: "Nachdem all die Iraker für Mossul gekämpft haben, kommt die Türkei und sagt: 'Mossul ist türkisch und muss wieder zur Türkei kommen'", sagte Hassan Nasrallah. Dasselbe gelte für Aleppo. Auch in Nordsyrien sind türkische Truppen aktiv gegen den IS, aber auch gegen dort aktive kurdische Kämpfer.

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 24. Oktober 2016 um 15:00 Uhr.

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