Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.
Die russische Millionenmetropole Moskau ist wieder in einer giftigen Smog-Wolke wegen der Torfbrände im Umland versunken. Der gesundheitsschädliche Rauch mit dem schweren Brandgeruch zog bis in die Innenstadt. Behörden riefen die Moskauer auf, draußen wieder Masken zu tragen und die Fenster zu schließen.
Die Lage hatte sich in den vergangenen Tagen zunächst etwas entspannt. Allerdings hatte der Wetterdienst gewarnt, dass der Wind wieder drehen und die Stadt mit Qualm überziehen würde.
[Bildunterschrift: Die Behörden raten den Bewohnern der russischen Hauptstadt dazu, sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten. ]
Wegen des Smogs und der Hitze hatte sich allein in Moskau die Sterberate auf täglich 700 Menschen verdoppelt. Viele Menschen klagen über schwere Kopfschmerzen und Übelkeit. Zehntausende haben die Stadt verlassen.
In ganz Russland wüten weiter knapp 500 Feuer bei den schwersten Waldbränden der Geschichte des Landes. Die russischen Feuerwehrleute bekommen die Feuer aber nach eigener Einschätzung immer besser in den Griff. "Obwohl die Hitze anhält, gewinnt der Mensch langsam die Oberhand", teilte die örtliche Katastrophenschutzbehörde mit, die für die Region um die Atom-Forschungsanlage Sarow zuständig ist.
Um Sarow, 500 Kilometer östlich von Moskau, waren zwar mehrere Feuer weiter aktiv, sie konnten laut Behörden aber eingedämmt werden. "Zum ersten Mal seit einigen Tagen gibt es die sichere Tendenz, dass die Zahl der Waldbrände in der Region zurückgeht", teilte die Behörde mit.
[Bildunterschrift: Karte Russland ]Experten hatten den Behörden zuvor vorgeworfen, die Katastrophe weiter nicht in den Griff zu bekommen. Kommentatoren sehen zudem eine Tendenz in den Staatsmedien, seit einigen Tagen gezielt positive Nachrichten zu verbreiten. Die Behörden hatten erst auf Druck der Umweltorganisation Greenpeace zugegeben, dass es auch in den von der Atomkatastrophe von Tschernobyl kontaminierten Waldgebieten gebrannt hatte. Allerdings betonten Behördensprecher erneut, dass landesweit an keiner Stelle erhöhte Strahlenwerte gemessen worden seien.
Wegen der seit mehr als zwei Monaten andauernden Gluthitze und schweren Dürre stoppte Russland indes wie angekündigt seine Getreideexporte. Große Teile der Ernte waren durch die Feuer vernichtet worden. Wegen der Einbußen gilt das Exportverbot für Getreide bis Ende Dezember. Russland gehörte zuletzt zu den größten Exporteuren von Weizen auf dem Weltmarkt.
Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW