Die russische Polizei nimmt einen Demonstranten fest. | Bildquelle: AFP

Wegen Protesten gegen Putin Mehr als 260 Festnahmen in Moskau

Stand: 05.11.2017 17:25 Uhr

Bei einer nicht genehmigten Demonstration gegen Russlands Präsidenten Putin sind in Moskau mehr als 260 Menschen festgenommen worden. Ein radikaler Aktivist hatte zu einem "Volksaufstand" aufgerufen. Einige Demonstranten hätten Messer bei sich getragen, meldete die Agentur Tass.

Die russische Polizei hat mehr als 260 Menschen wegen Protesten gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin festgenommen.

Laut Agenturberichten soll es sich mutmaßlich um Anhänger einer nationalistischen Gruppe handeln. Einige hätten Selbstverteidigungswaffen und Messer bei sich getragen, meldete die Agentur Tass unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach waren Anhänger der nationalistischen Bewegung Artpodgotowka (Artillerievorbereitung) zum Manege-Platz beim Kreml im Zentrum von Moskau gekommen.

Von Russland als extremistisch eingestuft

Die russischen Behörden stufen Artpodgotowka als extremistische Gruppe ein. Am Freitag hatte der Inlandsgeheimdienst FSB Mitglieder der Bewegung festgenommen. Sie sollten Anschläge auf Behördengebäude geplant haben, hieß es.

Das Bürgerrechtlerportal OVD-Info berichtete von mehr als 200 Festnahmen in Moskau sowie einigen Dutzend in St. Petersburg und weiteren Provinzstädten. Dem regierungskritischen Radiosender Echo Moskwy zufolge kontrollierte die Polizei vor allem junge Menschen.

Aufruf zu Protesten und zu "Volksaufstand"

Der radikale Oppositionsaktivist Wjatscheslaw Malzew hatte zuvor im Internet zu Protesten in ganz Russland und zu einem "Volksaufstand" aufgerufen. Er hatte im Kontext des 100. Jahrestages der Oktoberrevolution 1917 an diesem Dienstag von einer neuen Revolution gesprochen.

Er betreibt einen in Russland beliebten YouTube-Kanal mit kritischen politischen Kommentaren. Nachdem ein Moskauer Gericht Haftbefehl wegen extremistischer Aktivitäten gegen ihn erlassen hatte, setzte er sich nach Paris ab. Seine Artpodgotowka-Bewegung wurde im Oktober gerichtlich verboten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. November 2017 um 18:00 Uhr.

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