Winston Blackmore mit sechs seiner Töchter und Enkelkindern (Archivbild). | Bildquelle: AP

Entscheidung in Kanada 146-facher Vater wegen Polygamie verurteilt

Stand: 25.07.2017 12:01 Uhr

Ein Gericht in Kanada hat zwei Ex-Bischöfe einer Mormonen-Sekte der Polygamie für schuldig befunden worden - beide hatten sich auf Religionsfreiheit berufen. Der eine ist 146-facher Vater und soll 24 Frauen geheiratet haben, der andere hat fünf Ehefrauen.

Ein 146-facher Vater mit 24 Ehefrauen ist in Kanada wegen Polygamie verurteilt worden. Nach einem Mammutverfahren, in dem die Frage der Grenzen religiöser Freiheiten eine wichtige Rolle spielte, sprach das Oberste Gericht der Provinz British Columbia den Sektenanhänger Winston Blackmore des Verstoßes gegen das Polygamieverbot schuldig.

Ein weiterer Anhänger der Sekte - der mit fünf Frauen verheiratete James Oler - wurde ebenfalls schuldig gesprochen. Den beiden Männern drohen nun bis zu fünf Jahre Haft. Ein Termin für die Verkündung des Strafmaßes stand zunächst nicht fest.

Bekenntnis zur Vielehe

Beide Männer sind Angehörige der Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage und bekennen sich zur Vielehe. Seine einzige Schuld bestehe darin, seine Religion auszuüben, sagte Blackmore Reportern - "das habe ich nie bestritten". Einem Bericht des "Star" zufolge strebt Blackmores Anwalt, Blair Suffredine, eine Verfassungsklage an. Sein Klient verglich den Fall mit der Situation homosexueller Paare. Auch die Ehe für Homosexuelle sei in der Vergangenheit illegal gewesen, sagte Blackmore.

Kanada: Vielweiberei an der Grenze (Weltspiegel vom 29.05.2005)
25.07.2017, Gerald Baars, ARD New York

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Die Vielehe ist in Kanada jedoch verboten. Der Fall ist deshalb von großer Bedeutung für die Ausübung der Religionsfreiheit in Kanada. Die Justiz hatte bereits vor zwei Jahrzehnten Ermittlungen gegen die Männer aufgenommen. Zur Anklage war es dann aber lange nicht gekommen: Es stand die Frage im Raum, ob die Vielehen der beiden nicht von der verfassungsmäßig garantierten Religionsfreiheit in Kanada gedeckt sei.

Im Jahr 2011 machte dann das Oberste Gericht der Provinz durch ein Grundsatzurteil den Weg für den Prozess frei: Es befand, dass der potenzielle Schaden durch Polygamie eine Einschränkung der Religionsfreiheit rechtfertige.

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