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21.03.2010

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Ausland
USA drohen mit bunkerbrechender Superbombe
Signal an Iran und Nordkorea

USA drohen mit bunkerbrechender Superbombe

In wenigen Monaten werden die US-Streitkräfte wohl eine 14-Tonnen-Bombe haben, die sie gegen unterirdische Bunker einsetzen können. Die sogenannte MOP wird auch für einen diplomatischen Zweck gebaut: Sie soll im Atomstreit den Druck auf den Iran und Nordkorea erhöhen.

Von Albrecht Ziegler, SWR-Hörfunkstudio Washington

Die USA haben die Entwicklung der größten bunkerbrechenden Bombe der Welt beschleunigt. Die Bombe - bei US-Militärs unter dem Kürzel MOP bekannt - solle in wenigen Monaten einsatzbereit sein, sagte Pentagonsprecher Geoff Morrell.

Fachleute wie der ehemalige Luftwaffengeneral Chuck Wald bestätigen dies: "Wir kommen sehr schnell voran", sagte Wald im öffentlich-rechtlichen Radio NPR. "Es ist eine 14.000-Kilogramm-Waffe, die die Streitkräfte einsatzbereit machen werden und sie hat eine ziemliche Durchschlagskraft."

Die MOP ist für tiefliegende Bunker konzipiert. Sie dringt mehr als 60 Meter tief in die Erde ein, bevor die 2400 Kilogramm Sprengstoff explodieren, mit denen sie bestückt ist. Mit dieser Waffe werde eine Lücke im US-Arsenal geschlossen, sagt Morell - so etwas habe bislang gefehlt. Gegen wen sie eingesetzt werden könnte, wollte er aber nicht sagen. Spekulationen über mögliche Ziele seien nicht hilfreich. 

Drohgeste gen Teheran und Pjöngjang?

Robert Gates (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: US-Verteidigungsminister Gates hält von Militärschlägen gegen den Iran oder gegen Nordkorea nicht viel - vom Druckmittel MOP aber schon. ]
Im gleichen Atemzug wies Morell aber darauf hin, dass es Menschen gebe, die versuchten heimlich Massenvernichtungswaffen zu  bauen -  genau das werfen die USA dem Iran vor. Erst Ende letzten Monats hatten die USA den Ton gegenüber der Teheraner Regierung verschärft - nachdem bekannt geworden war, dass der Iran an einer zweiten Atomanreicherungsanlage baut, die größtenteils unterirdisch sein soll.

Der Bau der Bombe könnte ein Signal an den Iran und auch an Nordkorea sein, vermutete der Politikwissenschaftler Ken Katzman, der für das Forschungszentrum des US-Kongresses arbeitet. Er hält es für möglich, dass die Vereinigten Staaten diesen beiden Ländern klarmachen wollen, dass sie an einer Waffe arbeiten, "die für ein realistisches militärisches Konzept gegen die Atomprogramme der Staaten stünde", so seine vorsichtige Formulierung. Es geht also zunächst um Abschreckung, denn auch Katzman warnte vor voreiligen Schlüssen, dass es irgendwelche konkreten militärischen Planungen gebe.

Gates ist für Sanktionen - und die Bombe

Vor wenigen Tagen hat auch US-Verteidigungsminister Robert Gates klargestellt, dass ein US-Militärschlag gegen den Iran die Probleme mit dem Land langfristig nicht löst: "Die Realität ist, dass es keine militärische Option gibt, die etwas anderes als Zeitgewinn bringt, laut Schätzungen ein bis drei Jahre."

Gates hält Sanktionen für äußerst wirksam, um den Iran in die Knie zu zwingen. Parallel dazu lässt er aber die Planungen für die Einsatzbereitschaft der Superbombe vorantreiben. Vergangene Woche hat das Pentagon dem Rüstungskonzern McDonnell Douglas einen Auftrag für 50 Millionen Dollar erteilt, B2-Bomber so umzurüsten, dass sie die riesige Bombe transportieren können. Die MOP, der eigentliche Sprengkörper, wird von Boeing gebaut.

Stand: 09.10.2009 05:06 Uhr
 

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