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San Myung Mun 92-jährig gestorben
Der Gründer der Mun-Sekte ist tot
Der Sektenführer San Myung Mun ist nach Angaben seiner "Vereinigungskirche" im Alter von 92 Jahren gestorben. Das Oberhaupt der nach ihm benannten Mun-Sekte starb am frühen Montagmorgen Ortszeit in der Nähe der südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Er war Mitte August nach einer Lungenentzündung in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Ärzte teilten damals mit, dass er nicht mehr in der Lage sei zu kommunizieren.
Mun hatte die Sekte, die sich selbst "Vereinigungskirche" nennt, 1954 in Südkorea gegründet. Sie gilt als eine der bedeutendsten religiösen Gemeinschaften der Welt. Etwa drei Millionen Anhänger bekennen sich zu der Bewegung, die nach eigenen Angaben in rund 200 Ländern missionarisch aktiv ist.
Zu Lebzeiten stark umstritten
Zu seinen Lebzeiten war Mun genauso stark umstritten wie er von seinen Anhängern bewundert wurde. Von diesen ließ er sich als "Wahrer Vater" huldigen - seine Familie als die "Wahre Familie". Für seine Kritiker war er ein Verführer, der es über seine religiösen Aktivitäten hinaus dank eines ausgeprägten Geschäftssinns und einer ergebenen Gefolgschaft zum Milliardär gebracht hatte.
Gründer der Mun-Sekte gestorben
tagesschau 20:00 Uhr, 03.09.2012, Philipp Abresch, ARD Tokio
Mun, der im heutigen Nordkorea geboren wurde, hatte nach eigener Darstellung im Alter von 16 Jahren eine Vision Christi, der ihm aufgetragen habe, die vor 2000 Jahren begonnene Mission zu vollenden. Seine Lehre begann er nach Ende des Zweiten Weltkriegs zu verbreiten. Die von ihm gegründete "Vereinigungskirche" hieß ursprünglich "Gemeinschaft vom Heiligen Geist zur Vereinigung der Weltchristenheit". Mun bezeichnete sich selbst als "neuen Messias" und machte durch Vortragsreisen auf sich aufmerksam. Die Sekte wurde darüber hinaus auch durch spektakuläre Massenveranstaltungen bekannt, besonders durch Massentrauungen, bei denen sich Tausende Paare zu einer Zeremonie versammeln.
Wirtschaftsimperium aufgebaut
Nach Muns Lehre umfasst seine Vereinigungsbewegung nicht nur alle großen Religionstraditionen, sondern auch alle Bereiche menschlicher Tätigkeit. Begründet wurde damit insbesondere der Aufbau eines Wirtschaftsimperiums, das mittlerweile mehr als 150 Unternehmen umfasst, darunter Restaurants, aber auch Verlage mit auflagenstarken Zeitungen, eine Waffenfabrik und andere Fabriken sowie eine Fischfangflotte.
Ins Zwielicht geriet die Sekte durch Berichte, wonach junge Mitglieder vom Elternhaus abgekapselt und unter starken Leistungsdruck gesetzt worden sein sollen. In Deutschland wurde der Mun-Sekte vor diesem Hintergrund 1983 der Status der Gemeinnützigkeit aberkannt. Im Laufe der Zeit veröffentlichten Medien zudem wiederholt Berichte, wonach die Sekte einerseits rechtsextreme Politiker wie den Front National in Frankreich unterstütze und andererseits Verbindungen zum kommunistischen Regime in Nordkorea habe. In Deutschland galt über lange Zeit ein Einreiseverbot für Mun, das erst infolge einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2007 aufgehoben wurde.
Stand: 02.09.2012 22:34 Uhr
