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Ein Satellitenfoto dokumentiert die Größe des Ozonlochs über der Arktis im Winter 1999/2000

25 Jahre Schutz der Ozonschicht

Erfolg in kleinen Schritten

Im Jahr 1985 haben Wissenschaftler über der Antarktis erstmals ein Ozonloch nachgewiesen. Bereits zwei Jahre später, am 16. September 1987, also heute vor 25 Jahren, wurde in Montreal ein Protokoll zum Schutz der Ozonschicht unterzeichnet. Eine Zwischenbilanz nach einem Vierteljahrhundert.

Von Werner Eckert, SWR

Manchmal geht Umweltschutz auch schnell: 1985 haben Forscher zum ersten Mal das Ozonloch über der Antarktis nachgewiesen - und schon zwei Jahre später gab es ein internationales Abkommen, das die Ursache beseitigen sollte.

Doch ganz so einfach war das dann doch nicht - und bis heute ist unklar, ob und bis wann die Ozonschicht wieder ganz dicht ist. Dennoch gilt das Montrealer Protokoll als Glanzstück der internationalen Umweltpolitik. Schon zwei Jahre nachdem das Problem klar erkannt war, lag dieser internationale Vertrag auf dem Tisch, nämlich am 16. September 1987. Bis heute haben ihn 197 Staaten ratifiziert.

Das "grüne" Jahrzehnt

Zum einen waren die 1980er-Jahre sicherlich das erste "grüne" Jahrzehnt mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit auf Umweltthemen. Aber beim Ozonloch kam von Anfang an dazu, dass die Ursache auf der Hand zu liegen schien: die FCKW-Gase, Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe. In Kühlschränken als Kältemittel und in Spraydosen als Treibgas eingesetzt. Sie würden bis 2050 die Ozonschicht der Erde praktisch vernichten. Das zeigten Studien. Genauso klar die Folgen: dramatisch steigende Hautkrebsraten.

Das Dunkelblau zeigt die niedrigen Temperaturen über der Arktis im März 2011. Die Ozonschicht ist hier am dünnsten.
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Das Dunkelblau zeigt die niedrigen Temperaturen über der Arktis im März 2011. Die Ozonschicht ist hier am dünnsten.

Die schnelle Einigung war aber auch möglich, weil Ersatzstoffe schon bekannt waren. Das Problem also war überschaubar und eine Lösung mit relativ geringem Aufwand schien in Sicht. Das unterscheidet die Situation beim Montrealer Protokoll deutlich von der in den internationalen Klimaschutzverhandlungen. Außerdem wurden zunächst nur die Industriestaaten zum Ozonschutz verpflichtet. Die Vereinbarung: Bis 1996 mussten die Industriestaaten die Produktion und den Verbrauch von FCKW einstellen. Bis 2010 zogen dann fünf wichtige Schwellenländer nach.

Als Ersatz wurden allerdings zunächst so genannte teilhalogenierte Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe (H-FCKW) eingesetzt. Sie haben ebenfalls noch erhebliche ozonschädigende Wirkung. Seit dem Jahr 2000 geht zwar auch ihr Ausstoß zurück, aber erst ab circa 2040 werden sie verboten sein. Die dritte Generation von Ersatzstoffen, die Fluorkohlenwasserstoffe (FKW), ist auf der einen Seite viel weniger ozongefährlich, aber auf der anderen sind das potente Treibhausgase und sie verschärfen den Temperaturanstieg. Außerdem sind noch große Mengen ozonzerstörender Substanzen in Kühlschränken und Schaumstoffen, Feuerlöschmitteln und Dosen gespeichert.

Spraydosen
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Die Produktion und der Verbrauch von FCKW wurde schnell eingestellt, doch auch die Ersatzstoffe haben schädliche Wirkungen.

Trotz dieser und anderer Fußangeln: Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen UNEP zeigt, dass die ozonschädigende Wirkung aller neu produzierten Stoffe auf dieser Welt zwischen 1986 und 2008 um 97 Prozent abgenommen hat.

Überschneidungen zu Klimaschutzverhandlungen

Das Montrealer Protokoll hat ein eigenes Sekretariat, und es gibt jährliche Konferenzen, bei denen über die Ächtung weiterer Stoffe und Verschärfungen verhandelt wird. Zunehmend ergeben sich aber auch Überschneidungen mit den Klimaschutzverhandlungen, daher gibt es die Überlegung, die beiden Konferenzstränge zusammen zu führen.

Die Zerstörung der Ozonschicht ist so schnell auch nicht wieder gut zu machen. 2011 ist zum ersten Mal über der Arktis - über dem Nordpol also - ein großes Ozonloch gemessen worden. Zusätzlich zu dem bekannten über der Antarktis - dem Südpol. Die Werte sind sehr von dem Temperaturverlauf abhängig und es ist noch keineswegs ausgemacht, dass die Schicht wieder dicker wird.

Immerhin scheint es in Richtung Besserung zu gehen. Die meisten Forscher gehen davon aus, dass es bis zur Mitte des Jahrhunderts dauern wird, ehe der Sonnenschutz der Erde wieder voll funktioniert.

Der Kampf gegen das Ozonloch - das Montreal-Protokoll 1987
D. Nürnberger
16.09.2012 21:07 Uhr

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Stand: 16.09.2012 08:32 Uhr

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