Bakterienfund in Molke Weltgrößter Milchexporteur am Pranger

Stand: 05.08.2013 17:34 Uhr

Fonterra-Chef Theo Spierings während einer Pressekonferenz in Peking (Bildquelle: REUTERS)
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Fonterra-Chef Theo Spierings entschuldigte sich persönlich auf einer Pressekonferenz in Peking.

Nach dem Fund hochgiftiger Bakterien in Molke bemüht sich der weltgrößte Milchexporteur Fonterra um Schadensbegrenzung. Der Chef des neuseeländischen Unternehmens entschuldigte sich in China persönlich für die Bakterienverseuchung. "Eltern haben das Recht zu wissen, dass Kindernahrung und andere Milchprodukte sicher sind", sagte Theo Spierings auf einer Pressekonferenz in Peking. Von dem lebensgefährlichen Botulismus-Erreger sind neben Sportgetränken möglicherweise vor allem Milchpulver für Säuglinge betroffen. China importiert bis zu 90 Prozent seines Milchpulvers aus Neuseeland.

Fonterra entschuldigt sich in China für verseuchtes Milchpulver
A. Dorloff, ARD Peking
05.08.2013 20:21 Uhr

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Schleppende Informationspolitik

Das Unternehmen hatte am Samstag vor der Molke gewarnt, die bereits im Mai 2012 produziert wurde. Der Konzern steht nun insbesondere wegen seiner schleppenden Informationspolitik in der Kritik. Insgesamt seien 38 Tonnen kontaminiertes Konzentrat entdeckt worden. Nach Angaben des Unternehmens sei die Molke neben China auch nach Australien, Malaysia, Saudi-Arabien, Thailand und Vietnam verkauft worden.

China stoppte den Import von Fonterra-Waren und nahm Milchprodukte aus den Regalen. In Malaysia rief der französische Konzern Danone Säuglingsnahrung zurück. Wie der Konzern mitteilte, geht die Verseuchung auf ein verunreinigtes Rohr in einer neuseeländischen Fabrik zurück.

Ein Chinesin schaut in einem Supermarkt in Hefei auf eine Packung mit Milchpulver (Bildquelle: REUTERS)
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Gefahr für Babys: Insbesondere Säuglingsmilchpulver könnte in China mit Bakterien belastet sein, die eine Botulismus-Vergiftung auslösen.

Bereits der zweite Vorfall 2013

Fonterra ist eine Bauernkooperative mit 17.300 Mitarbeitern. Sie produziert 16 Milliarden Liter Milch im Jahr. Der Umsatz liegt bei 19,8 Milliarden Neuseeländische Dollar. Die Fonterra-Aktien brachen am Montag zeitweilig um fast zehn Prozent ein, ein Verlust von fast 600 Millionen Euro.

Es ist bereits der zweite bekannte Vorfall in diesem Jahr bei Milchexporteur Fonterra. Im Januar hatten die Neuseeländer erklärt, in einigen Produkten sei die potenziell giftige Chemikalie Dicyandiamid gefunden worden. Und auch im Jahr 2008 war das Unternehmen indirekt an dem Milchpulver-Skandal in China verwickelt, bei dem sechs Kinder starben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. August 2013 um 20:00 Uhr.

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