Karte Republik Moldau

Politische Dauerkrise in Moldau Demonstranten fordern Neuwahlen

Stand: 22.01.2016 16:07 Uhr

Am dritten Tag in Folgen haben Tausende Menschen in Moldau gegen die neue Regierung demonstriert: In der Hauptstadt Chisinau gingen rund 3000 Menschen auf die Straße und forderten Neuwahlen. Auch ein moldauischer Fernsehsender sorgte für Ärger.

In Moldau sind erneut Tausende Menschen gegen die neue Regierung auf die Straße gegangen. Etwa 3000 Menschen forderten auch am dritten Tag in Folge in der Hauptstadt Chisinau vorgezogene Neuwahlen und ein Ende der verbreiteten Korruption.

Ärger über "Moldova 1"

Die Demonstranten marschierten in Richtung des Fernsehsenders "Moldova 1", dem sie Parteilichkeit zugunsten der Regierung vorwarfen. Die Vorsitzenden zweier pro-russischer Parteien schlossen sich den Mitgliedern der Bürgergruppe Würde und Wahrheit an, die mehr Transparenz fordert.

Die Proteste hatten am Mittwoch begonnen, als das Parlament den Kandidaten der pro-europäischen Koalition, Pavel Filip, zum neuen Ministerpräsidenten wählte. Einige Hundert Demonstranten stürmten das Parlament. 15 Menschen wurden verletzt, darunter neun Polizisten. Am Donnerstag demonstrierten rund 10.000 Menschen für Neuwahlen.

Demonstranten in Moldau | Bildquelle: dpa
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Vie Polizei, viele Demonstranten: Proteste in Chisinau vom Donnerstag

Korruption, sinkender Lebensstandard

Die frühere Sowjetrepublik Moldau hat mit politischer Instabilität zu kämpfen, seit vor der Parlamentswahl 2014 umgerechnet bis zu 1,38 Milliarden Euro aus drei Banken verschwanden. Viele Bürger klagen über einen sinkenden Lebensstandard in dem ohnehin armen Land.

Proteste in der Republik Moldau
B. Großheim, ARD Moskau
22.01.2016 16:37 Uhr

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