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Klage gegen Produzenten
Schauspielerin will Mohammed-Film stoppen
Eine Schauspielerin aus dem islamfeindlichen Film "Die Unschuld der Muslime" hat den Produzenten wegen Betrugs und Rufmords verklagt. Cindy Lee Garcia gab bei einem Gericht in Los Angeles an, sie sei über die mit dem Video verfolgten Absichten getäuscht worden.
Sie gab an, nichts vom anti-islamischen Inhalt des Films gewusst zu haben. In den Seiten des Skripts, die sie erhalten habe, sei der Prophet Mohammed nicht erwähnt worden. Die Darstellerin hatte sich offenbar aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung für eine Rolle in dem Film beworben. Laut Ankündigung habe der Film "von Abenteuern im alten Ägypten" handeln sollen. Wo nun klar sei, worum es darin tatsächlich gehe, sei ihr Leben in Gefahr.
Seit der 14-minütige Clip im Internet stehe, erhalte sie Todesdrohungen, so die Schauspielerin. Daher traue sie sich nicht mehr, ihre Enkelkinder zu besuchen, hieß es weiter. Zudem habe der Film "Gefühle der Scham, Demütigung und des Schmerzes" bei ihr ausgelöst. "Dieser Film ist gemein und verwerflich", heißt es Agenturberichten zufolge in Garcias Klageschrift.
Mehrere Morddrohungen
Garcias Klage richtet sich zum einen gegen Nakoula Basseley Nakoula, einen 55 Jahre alten aus Ägypten stammenden koptischen Christen, der in der Nähe von Los Angeles lebt und als Macher der Videos gilt. Konkret beklagt Garcia eine Verletzung ihrer Privatsphäre, Betrug, Verleumdung und eine Absicht, ihr zu schaden, wie aus der Klageschrift hervorgeht.
Doch auch Google ist Gegenstand der Klage. Garcia forderte das Unternehmen auf, das Video aus dem Internet zu nehmen. Google hatte diesen Schritt zunächst abgelehnt. Youtube, die Videoplattform des Konzerns, teilte nun aber mit, sie wolle Garcias Beschwerde prüfen. Zuvor hatte YouTube das Video in Libyen, Ägypten und Saudi-Arabien gesperrt. Heute wollen Garcias Anwälte eine einstweilige Verfügung gegen den Film erwirken.
Wegen des Videos, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, gibt es in der muslimischen Welt seit mehr als einer Woche heftige Proteste und gewaltsame Ausschreitungen. Mehr als 30 Menschen wurden seither getötet, darunter der US-Botschafter in Libyen. Im Sudan wurde auch an der deutschen Botschaft Feuer gelegt. Frankreichs Regierung ordnete für Freitag aus Angst vor Gewalt nach den traditionellen muslimischen Gebeten die Schließung der französischen Botschaften, Konsulate, Schulen und Kulturzentren in rund 20 Ländern an.
Appell von Obama und Karsai
Unterdessen riefen US-Präsident Barack Obama und der afghanische Präsident Hamid Karsai angesichts der Proteste gegen die Veröffentlichung des Films zu Besonnenheit auf. Beide Politiker sprachen zuvor in einer Videokonferenz über einen besseren Schutz der NATO-Truppen vor Angriffen. Erst am Wochenende hatten Attentäter in afghanischen Polizeiuniformen sechs NATO-Soldaten getötet. In diesem Jahr starben bereits mehr als 50 Soldaten der internationalen Truppen bei solchen Angriffen.
Stand: 20.09.2012 07:10 Uhr
