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Umstrittener Mohammed-Film
Wer sind die Macher?
Er hat den Propheten Mohammed als Mörder inszeniert, als Kinderschänder, schwul und Frauenheld. Nun ist der Macher des umstrittenen Films "Innocence of Muslims" untergetaucht - falls es ihn überhaupt gibt. Sein Name scheint erfunden zu sein, wie so vieles, was mit der Produktion zusammenhängt.
Von Timo Fuchs, SR, ARD-Hörfunkstudio Washington
Grundsätzlich ist es keine Überraschung, wenn sich Muslime von diesem Film angegriffen fühlen. Vor billig hineingeschnittener Wüstenlandschaft wird der Prophet Mohammed als Kinderschänder porträtiert, als schwul, gleichzeitig als Frauenheld - und als blutrünstiger Mörder. Mit grimmigem Lachen töten seine Männer einen Juden am Pfahl. "Noch nie habe ich so einen mörderischen Verbrecher erblickt, wie Mohammed", ruft eine alte Frau da. Danach wird sie von zwei Kamelen zerteilt.
Der Macher des schlichten Films, Sam Bassil, ist untergetaucht – wenn es ihn überhaupt gibt. Sein Name scheint erfunden zu sein, wie so vieles, was mit der Produktion zusammenhängt. Allerdings hat sich Steve Klein zu Wort gemeldet, ein Vietnam-Veteran, dessen Sohn im Irak-Krieg verwundet wurde. Er hat den Film nach eigenen Angaben geringfügig unterstützt.
Klein gab an, er habe Sam Bassil kennengelernt während er selbst Moscheen in Kalifornien beobachtete, um Terroristen aufzuspüren. Während mittlerweile bezweifelt wird, dass der eigentliche Macher des Films Jude ist, ist nun der angebliche Produktionsmanager des Streifens aufgetaucht: Dessen Name, Nakoula Basseley Nakoula, ähnelt dem Bassils. Der Produktionsmanager bestreitet allerdings hinter Sam Bassil zu stecken.
Wer steckt hinter dem Anti-Islam-Film?
T. Fuchs, SR Washington
13.09.2012 17:42 Uhr
Nakoula scheint koptischer Christ zu sein. Die Kopten sehen sich in Ägypten unterdrückt von den Moslems in der Bevölkerung. Und auch Morris Sadek ist offenbar Kopte. Er lebt an der Ostküste der USA und hat wohl dafür gesorgt das Video bekannt zu machen, indem er den Youtube Link weltweit an Medienunternehmen verschickte.
Der Hauptcharakter sollte "George" heißen
Mittlerweile haben sich auch die Schauspieler des Films gemeldet: Sie seien betrogen worden. Bei einem Casting im Jahr 2009 habe man ihnen einen historischen Film angekündigt. Im Original-Skript habe es nicht einmal den Charakter des Propheten Mohammed gegeben: Der hieß dort "George". Das war nicht fair, sagt eine der Schauspielerinnen. Sie habe Mitleid mit Bassils Familie und mit allen die verletzt worden seien.
Tatsächlich finden sich im Film nachsynchronisierte Passagen, in denen ein anderer Text über die Szene gelegt wurde. So viel kann man zumindest vom 14-minütigen Trailer sagen, denn ob der komplette Film wirklich existiert und, wie behauptet, schon ein Mal in Kalifornien gezeigt wurde – auch das ist nicht sicher.
Tina Hassel (ARD Washington) zu den Reaktionen der USA
tagesthemen 22:15 Uhr, 13.09.2012
Stand: 13.09.2012 18:11 Uhr
