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Justiz verfolgt Schmähfilm-Macher

Ägypten sucht Regisseur und US-Prediger per Haftbefehl

Der in den USA produzierte anti-muslimische Film "Innocence of Muslims" ("Die Unschuld der Muslime") hat die ägyptische Justiz auf den Plan gerufen. Der Generalstaatsanwalt erließ Haftbefehle gegen den mutmaßlichen Regisseur Nakoula Basseley Nakoula, den islamfeindlichen US-Prediger Terry Jones und sechs ägyptische Kopten, die im Ausland leben. Ihnen werde vorgeworfen, den Islam beleidigt und öffentlich angegriffen sowie falsche Informationen verbreitet zu haben, teilte das Büro des Staatsanwalts mit. Ägypten verlangte die Auslieferung der Personen. Gegen die Angeklagten könnte die Todesstrafe verhängt werden.

Terry Jones
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Terry Jones fällt immer wieder durch Beleidigung des Islam auf (Archiv) - nun wird er von Ägyptens Justiz gesucht.

Nakoula Bassely Nakoula wird von Polizisten abgeführt
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Der mutmaßliche Regisseur Bassely Nakoula (mi.) wurde am Wochenende befragt und ist inzwischen untergetaucht.

Das Vorgehen der ägyptischen Justiz hat hauptsächlich symbolische Bedeutung, da sich die sieben angeklagten Männer und eine Frau vermutlich in den USA aufhalten. Der salafistische Anwalt Mamdu Ismail würdigte den Schritt der Generalstaatsanwaltschaft dennoch. Auch wenn es einen Prozess in Abwesenheit geben würde, werde das doch helfen, die öffentliche Empörung abzukühlen, sagte er.

Mutmaßlicher Regisseur untergetaucht

Nachdem sein Haus tagelang von Medienvertretern belagert worden war, ist der in Südkalifornien lebende Nakoula inzwischen gemeinsam mit seiner Familie untergetaucht. Der vorbestrafte Mann war am Wochenende von der Polizei befragt worden. Offizielle Begründung für die Vorladung war ein möglicher Verstoß gegen Bewährungsauflagen.

Der Prediger Jones wurde nach eigenen Angaben von Nakoula kontaktiert, um für das Schmähvideo zu werben. Unter den Angeklagten ist auch der koptische Christ Morris Sadek, der auf seiner Webseite für den Film "Unschuld der Muslime" warb, in dem der Prophet Mohammed lächerlich gemacht wird. Inwieweit die anderen fünf Beschuldigten mit dem umstrittenen Video in Verbindung stehen, ist derzeit unklar.

Seit Tagen schwere Ausschreitungen

Der Trailer zu "Die Unschuld der Muslime" sorgt seit vergangener Woche weltweit für Empörung bei Muslimen. In dem amateurhaft produzierten Video wird der Religionsbegründer Mohammed als blutrünstiger Kinderschänder, Schürzenjäger und Homosexueller dargestellt. Seit dem 11. September gab es in zahlreichen Ländern teils gewalttätige Proteste gegen den Film. In Ägypten fürchten Kopten, dass die Wut von Muslimen über den Film auch die Aggression gegen ihre Gemeinden erhöhen wird.

Wütende Menschen protestieren im pakistanischen Peshawar gegen den Anti-Islam-Film.
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Seit Tagen protestieren Muslime - wie hier in Pakistan - gegen den Schmähfilm.

Satirezeitschrift kündigt Mohammed-Karikaturen an...

Unterdessen kündigte die französische Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" die Veröffentlichung neuer Karikaturen des Propheten Mohammed an. Dies könnte die Wut von Muslimen zusätzlich steigern. Die Zeichnungen seien nicht provozierender als gewöhnlich, rechtfertigte sich der verantwortliche Redakteur Stéphane Charbonnier in einem Fernsehinterview. Die Karikaturen würden nur diejenigen schockieren, die schockiert sein wollten. Zugleich verwies er auf die Pressefreiheit.

... trotz eines Appells der Regierung

"Charlie Hebdo"
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Die zerstörte Redaktionsräume von "Charlie Hebdo" im November 2011.

Die französische Regierung rief die Medien des Landes dazu auf, vor dem Hintergrund der aktuellen Situation Verantwortungsbewusstsein zu zeigen. Er missbillige jeglichen Exzess, hieß es in einer Stellungnahme von Premierminister Jean-Marc Ayrault. In Frankreich gelte die Meinungsfreiheit, gleichzeitig müsse aber Toleranz und Respekt gegenüber religiösen Überzeugungen walten. Der Rat der Muslime Frankreichs CFCM verurteilte die Veröffentlichung als "neuen islamfeindlichen Akt", rief aber dazu auf, besonnen zu reagieren.

"Charlie Hebdo" hatte wegen ähnlicher Provokationen bereits mehrfach Ärger ausgelöst. Nach der Veröffentlichung einer "Scharia"-Sonderausgabe mit einem "Chefredakteur Mohammed" wurde im November 2011 Feuer in den Redaktionsräumen gelegt.

Stand: 18.09.2012 22:23 Uhr

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