Flüchtlinge auf dem Mittelmeer Verzweifelter Rettungseinsatz
Stand: 15.06.2014 18:12 Uhr
Rund 54.000 Migranten sind seit Jahresbeginn über das Mittelmeer nach Italien gekommen. Mit großem Einsatz bemüht sich Italien um ihre Rettung. Doch nicht immer gelingt es und Hilfsorganisationen schlagen Alarm: Die Aufnahmelager sind überfüllt.
Von Jan-Christoph Kitzler, ARD-Hörfunkstudio Rom
Italien bemüht sich mit großem Einsatz, die Migranten zu retten. Aber immer wieder gelingt das nicht. Bei einer Rettungsaktion vor der libyschen Küste konnten zehn Flüchtlinge nach einem Schiffbruch nur noch tot geborgen werden. Die italienische Marine und Küstenwache sind mit mehreren Schiffen auf hoher See unterwegs. Außerdem wird das Mittelmeer ständig aus der Luft überwacht.
So konnten allein am Samstag nach offiziellen Angaben 1821 Flüchtlinge gerettet werden. Sie werden zum Teil mit großen Kriegsschiffen vor allem in Häfen auf Sizilien an Land gebracht. Dort schlagen Hilfsorganisationen inzwischen Alarm: Man könne die Migranten nicht mehr mit Kleidern und Schuhen versorgen, berichtet die Caritas in Palermo. Die Aufnahmelager seien heillos überfüllt, die Zahl der Plätze dort reiche bei weitem nicht aus.
Streit um Rettungsaktionen
Es gibt aber auch Kritik an der "Operation Mare Nostrum". Sie verstärke die starken Flüchtlingsbewegungen, sagen italienische Oppositionspolitiker. Die Regierung hält dem entgegen, man müsse Katastrophen wie im vergangenen Jahr verhindern, als Anfang Oktober mehr als 360 Flüchtlinge beim Kentern ihres Schiffes kurz vor der Küste der Mittelmeerinsel Lampedusa ertrunken waren.
Seit Beginn des Jahres sind rund 54.000 Migranten über das Mittelmeer nach Italien gekommen. Das sind über 10.000 mehr als im gesamten vergangenen Jahr.
1821 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet
J.-C. Kitzler, ARD Rom
15.06.2014 18:33 Uhr
