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Im Norden des Kosovo ist es zu den schwersten Ausschreitungen seit der Unabhängigkeit der früheren serbischen Provinz gekommen. Dabei wurden nach Behördenangaben mindestens 22 polnische UN-Polizisten verwundet. Auch mehrere KFOR-Soldaten und etwa 20 Demonstranten sollen verletzt worden sein. Auslöser war die Räumung eines UN-Gerichtsgebäudes in Mitrovica, das seit Freitag von serbischen Demonstranten besetzt gehalten wurde. Die serbische Enklave liegt im Norden des überwiegend von Albanern bewohnten Kosovo.
Die von KFOR-Soldaten unterstützten polnischen Polizisten gingen mit Tränengas gegen mehrere tausend serbische Demonstranten vor. Sie nahmen nach eigenen Angaben 53 Demonstranten fest. Bei den Ausschreitungen wurden mindestens 20 serbische Demonstranten und nach Angaben des französischen Generalstaabs auch neun KFOR-Soldaten verletzt, darunter mindestens drei Franzosen. Einer davon sei von einem Molotowcocktail schwer am Kopf verwundet und in ein Krankenhaus gebracht worden, hieß es in Paris.
Ein Fahrzeug der Vereinten Nationen und ein Lastwagen der Nato gingen in Flammen auf. Die Vereinten Nationen wiesen ihre Polizisten schließlich an, sich aus der Stadt zurückzuziehen.
Die etwa 120.000 Serben im Kosovo lehnen die Unabhängigkeit der Region ab. Die Regierung in Belgrad hatte angekündigt, die Eigenständigkeit der ehemaligen südserbischen Provinz nicht zu akzeptieren. Durch Mitrovica läuft entlang des Ibar-Flusses die Grenze zu Nordkosovo. Schätzungsweise 50.000 Serben leben hier. Eine ähnlich große Zahl von Serben wohnt meist verstreut im übrigen Kosovo.
Die Kosovo-Albaner hatten sich am 17. Februar einseitig für unabhängig erklärt, nachdem monatelange Verhandlungen über eine gütliche Lösung gescheitert waren.
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