Polizisten beim Einsatz in Milwaukee

Erneute Gewalt in US-Stadt Schüsse bei Protesten in Milwaukee

Stand: 15.08.2016 07:23 Uhr

Milwaukee kommt nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen bewaffneten Schwarzen nicht zur Ruhe. Erneut gab es gewaltsame Proteste, bei denen Schüsse fielen. Ein Mensch wurde verletzt und nach Angaben der Polizei ins Krankenhaus gebracht.

Nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen Schwarzen in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin hat es in der Stadt erneut gewaltsame Proteste gegeben. Ein Mensch wurde angeschossen. Beamte hätten die verletzte Person in einen gepanzerten Polizeiwagen gebracht und dann ins Krankenhaus, teilte die Polizei per Twitter mit. Details zu deren Identität gab es zunächst nicht.

Zuvor waren Bereitschaftspolizisten gegen eine Menschenmenge vorgegangen, aus der mit Gegenständen geworfen und Schüsse abgegeben wurden. Etwa 150 Menschen waren durch die Gegend gezogen, später blockierten sie eine Kreuzung. Weitere Beamte trafen ein.

Nationalgarde in Bereitschaft

Die Sicherheitsbehörden hatten sich nach Unruhen am Vorabend für weitere Krawalle gerüstet. Die Nationalgarde ist in Bereitschaft, kam aber bislang nicht zum Einsatz.

Hintergrund der Proteste ist die Erschießung eines 23-jährigen Schwarzen. Auch der Beamte, der die tödlichen Schüsse abgefeuert habe, war nach Angaben von Milwaukees Polizeichef Edward Flynn ein Schwarzer gewesen. Zudem gab Flynn an, dass Aufnahmen einer Videokamera, die der Polizist am Körper trug, eindeutig belegen, dass der 23-Jährige eine Waffe bei sich gehabt habe.

Nach Angaben der Ermittler war das Opfer am Samstag in eine Verkehrskontrolle geraten und hatte versucht, zu flüchten. Daraufhin eröffnete der Streifenpolizist das Feuer. Unklar ist, ob der Verdächtige auch Schüsse abgab. Den Angaben von Flynn zufolge hatte er - anders als aufgefordert - seine Waffe nicht gesenkt. Der 23-Jährige sei bereits polizeibekannt gewesen und war mehrfach verhaftet worden.

Seit zwei Jahren kommt es in den USA nach tödlichen Schüssen durch die Polizei auf Verdächtige immer wieder zu Unruhen, etwa in Baltimore oder Ferguson in Missouri. Kritiker werfen der Polizei vor, Schwarze zu benachteiligen. Die Vorfälle verhalfen der internationalen Bewegung "Black Lives Matter" zu Auftrieb und spielen im Wahlkampf eine Rolle.

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