Donald Trump mit seinem künftigen Vize-Präsidenten Mike Pence | Bildquelle: AP

Künftiger Vize-Präsident Mike Pence Die nächste graue Eminenz?

Stand: 10.11.2016 13:22 Uhr

Er hatte zuerst das Wort, nachdem Trumps Wahlsieg feststand: Mike Pence, bisher Gouverneur von Indiana und künftig Vize-Präsident. Er bringt die Erfahrung mit, die dem gewählten Präsidenten fehlt.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Mike Pence hat ein politisches Pokerspiel gewonnen. Pence verzichtete darauf, sich als Gouverneur von Indiana zur Wiederwahl zu stellen und setzte alles auf die Karte Trump. Mit Erfolg: "Amerika hat einen neuen Präsidenten gewählt. Es ist schwierig für mich, die Ehre auszudrücken, die ich und meine Familie empfinden, als euer Vize-Präsident zu dienen", sagte Pence auf der Siegesfeier des Trump-Lagers in New York.

Erfahrener Vermittler

Im Wahlkampf stand Pence meist im Schatten von Trump. Seine Aufgabe war es, den Kontakt zur Partei aufrechtzuhalten. Im Gegensatz zu Trump ist Pence nämlich ein Insider der Republikaner. Er saß jahrelang im Repräsentantenhaus. Bei seinen öffentlichen Auftritten versuchte er, Trumps Äußerungen abzumildern.

Als Trump im Wahlkampf immer wieder sagte, die Wahl sei manipuliert, erklärte Pence: "Die Amerikaner fühlen ganz real, dass die demokratische Partei und viele in den Medien zusammenarbeiten, um den Wandel zu verhindern, den die Amerikaner ersehnen. Ein stärkeres und stolzeres Amerika, dafür kämpfen wir bis zum Wahltag."

Tim Kaine (links), Mike Pence (rechts) und Moderatorin Elaine Quijano | Bildquelle: AFP
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Schon im Duell der Vize-Kandidaten konnte Pence (r.) mit seiner Art punkten.

Mike Pence sagte einmal von sich, er sei Christ, Konservativer und Republikaner - in dieser Reihenfolge. Er gab konservativen Republikanern und evangelikalen Christen, die mit dem Kandidaten selbst höchst unzufrieden waren, einen Grund, Trump zu wählen. Gleichzeitig bringt Pence die Regierungserfahrung mit, die Trump fehlt. Über seine Arbeit als Gouverneur sagte er: "Ich bin stolz, dass ich aus einem Staat komme, der funktioniert. Indiana hat ausgeglichene Haushalte. Wir haben Steuern gekürzt und Rekordinvestitionen in Bildung und Infrastruktur gemacht. Ich beende meine Amtszeit mit zwei Milliarden Dollar auf der Bank."

Folgt Pence seinem Vorbild?

Republikaner gehen davon aus, dass Pence im Weißen Haus eine aktive Rolle spielen wird. Zum Beispiel als Verbindungsmann zum Kongress - wichtig, um dort die nötigen Mehrheiten zu organisieren. Pence selbst hat einmal gesagt, sein Vorbild sei Dick Cheney, der Vize von George W. Bush. Cheney galt ja als graue Eminenz und wahrer Entscheider hinter Bush.

Porträt des neuen Vize-Präsidenten Mike Pence
Jan Bösche, ARD Washington
10.11.2016 11:12 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk bereits am 15. Juli 2016 um 18:27 und 23:47 Uhr.

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