Screenshot einer Aufnahme eines Schiffes mit Flüchtlingen an ord vor dem sizilianischen Pozalla

Bootsflüchtlinge im Mittelmeer Deutschland nimmt 50 Gerettete auf

Stand: 15.07.2018 13:41 Uhr

Nun hat auch Deutschland zugesagt, 50 der 450 im Mittelmeer geretteten Bootsflüchtlinge aufzunehmen. Zuvor hatten das schon Malta und Frankreich getan. Italiens Regierungschef Conte hofft auf weitere Zusagen.

Deutschland will einen Teil der vor Italien geretteten Migranten aufnehmen. Die Regierungen in Berlin und Rom seien "übereingekommen, dass Deutschland im Blick auf die laufenden Gespräche über eine intensivere bilaterale Zusammenarbeit im Asylbereich in diesem Fall bereit ist, 50 Menschen aufzunehmen", teilte eine Regierungssprecherin mit.

Zwei Schiffe der EU-Grenzschutzbehörde Frontex hatten am Samstag etwa 450 Flüchtlinge aus prekärer Lage von einem Holzboot im Mittelmeer gerettet und in italienische Gewässer gebracht. Italiens Innenminister Matteo Salvini weigerte sich aber, sie ins Land zu lassen. Medienberichten zufolge war das Boot von Libyen gestartet.

Auch Malta und Frankreich nehmen 50 Migranten auf

Regierungschef Giuseppe Conte forderte daraufhin in einem Brief an die Staats- und Regierungschefs der anderen 27 EU-Staaten "ein klares Zeichen" für eine Lastenteilung in der EU und die Bereitschaft, "die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, einen Teil der rund 450 geretteten Personen in einem Hafen zu empfangen oder sie aufzunehmen".

Nach Angaben Contes haben auch Malta und Frankreich zugesagt, jeweils 50 Flüchtlinge aufzunehmen.

Giuseppe Conte | Bildquelle: ETTORE FERRARI/EPA-EFE/REX/Shutt
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Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte fordert "ein klares Zeichen" für eine Verteilung der Flüchtlinge in der EU.

Trotz der zugesagten Unterstützung ist bislang unklar, wann und wo die Geretteten an Land gehen können. Am Nachmittag konnten laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa 50 Kinder und Frauen von Bord der Schiffe gehen.

Rechtslage erlaubt keine schnelle Rückkehr nach Libyen

Zuvor hatte Conte damit gedroht, die italienische Regierung werde Libyen kontaktieren, um die Menschen dorthin zurückzuschicken. Ein Sprecher der libyschen Küstenwache sagte später jedoch, dass das Land keine illegalen Migranten akzeptieren werde, die bereits von Rettungsschiffen aufgenommen worden seien.

Nach internationalem Recht können Migranten nicht an Orte zurückgebracht werden, an denen ihr Leben in Gefahr ist. Sowohl die Vereinten Nationen als auch die EU haben festgestellt, dass Libyen nicht sicher ist. Salvini hatte deshalb die EU-Innenminister bei einem Treffen in Österreich gedrängt, das nordafrikanische Land zu einem sicheren Ort zu erklären.

Über dieses Thema berichtete am 15. Juli 2018 tagesschau24 um 13:00 Uhr und die tagesschau um 13:15 Uhr.

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