Vermisste Boeing 777 MH-370-Suche nur noch unter Wasser

Stand: 28.04.2014 11:13 Uhr

Die Suche nach der verschollenen Boeing 777 der Malaysia Airlines geht weiter - allerdings nur noch unter Wasser. Australiens Premier Abbott teilte mit, es werde immer unwahrscheinlicher, Wrackteile auf der Wasseroberfläche zu finden. Das Suchgebiet wird aber ausgeweitet.

Von Udo Schmidt, ARD-Hörfunkstudio Singapur

Die Suche nach dem Wrack der Boeing 777 im südlichen Indischen Ozean wird unter Wasser fortgesetzt. Das hat heute Australiens Premier Tony Abbott mitgeteilt. An der Wasseroberfläche aber, sagte Abbott in der australischen Hauptstadt Canberra, werde man nichts mehr finden: "Es sind 53 Tage vergangen, seitdem MH 370 verschwunden ist, und nun tritt die Suche in eine neue Phase", erläutert der Premier. "Ich bedaure, sagen zu müssen, dass wir bisher keine Spur des Wracks gefunden haben. Wir haben die Probleme nie unterschätzt, es ist die schwierigste Suche der Menschheitsgeschichte überhaupt."

Das unbemannte U-Boot "Bluefin 21" sucht den Meeresgrund nach der verschollenen Boeing ab.
galerie

Das U-Boot "Bluefin 21"hat bisher ein 400 Quadratkilometer großes Gebiet durchsucht - ohne Ergebnis.

Der australische Premierminister Abbott.
galerie

Der australische Premierminister Abbott änderte daher die Strategie der Suche.

Intensivierte Suche auf neuem Gebiet

Nachdem die Suche in einem 400 Quadratkilometer großen Seegebiet abgeschlossen sei, ohne eine Spur des Flugzeugrumpfes zu entdecken, werde das unbemannte U-Boot "Bluefin 21" nun in den angrenzenden Gebieten weitermachen, sagte Abbott. Die Aufklärungsflugzeuge aber würden nun am Boden bleiben. Das bisherige Suchgebiet war anhand möglicher letzter Signale der Blackbox des Fluges MH 370 begrenzt worden. "Wir intensivieren jetzt die Suche am Meeresboden, insbesondere mit neuer Sonar- und Scan-Technik, die den Grund des Ozeans nach Beweisen absucht, dass MH 370 hier abgestürzt ist und dass das Wrack hier liegt."

Unter Wasser wird die Tauchdrohne bis zu acht Monate benötigen, um das gesamte Gebiet des Indischen Ozeans zu erfassen, in dem die Boeing 777 am 8. März nach bisherigen Erkenntnissen abgestürzt ist. Man wolle, so Abbott, mit privaten Unternehmen zusammen arbeiten, die noch bessere Technik zur Unterwasser-Suche zur Verfügung hätten und im Auftrag der australischen Regierung arbeiten sollen.

Diese neue Phase der Suche werde geschätzt 60 Millionen australische Dollar kosten, umgerechnet 40 Millionen Euro. Die Privatunternehmen könnten allerdings erst in einigen Wochen mit ihrer Suche beginnen. Während dieser Zeit sollen Schiffe aus Malaysia, Australien und China weiter mit der Suche befasst sein und auch den Tauchroboter einsetzen.

Die malaysische Regierung will Mitte der Woche einen Untersuchungsbericht vorlegen, wie Malaysias Premier Nagib Razak am Wochenende mitteilte.

Dieser Beitrag lief am 28. April 2014 um 13:12 Uhr auf NDR Info.

Darstellung: