Wrackteil von MH17 | Bildquelle: AFP

Ermittler zu MH17-Abschuss Raketenwerfer stammte vom russischen Militär

Stand: 24.05.2018 12:21 Uhr

Das internationale Ermittlerteam zum Abschuss des Fluges MH17 über der Ukraine hat seinen Bericht vorgelegt. Danach stammte der Raketenwerfer, von dem aus die Maschine abgeschossen wurde, vom russischen Militär.

Eine russische Rakete hat nach Angaben internationaler Ermittler 2014 zum Absturz der malaysischen Passagiermaschine MH17 über der Ukraine geführt. Eine Videoanalyse habe ergeben, dass die Rakete aus Beständen der 53. Brigade einer in Kursk stationierten russischen Militäreinheit zur Abwehr von Flugraketen stammte, sagte Wilbert Paulissen von der niederländischen Staatspolizei. "Alle Fahrzeuge in einem Konvoi, in dem die Rakete transportiert wurde, waren Teil der russischen Streitkräfte."

Paulissen stellte die vorläufigen Ergebnisse einer langjährigen Untersuchungskommission zum Absturz von MH17 vor. An den internationalen Untersuchungen unter niederländischer Leitung beteiligen sich Malaysia, Australien, Belgien und die Ukraine.

Russland weist Verantwortung zurück

Die ukrainische Regierung und der Westen vermuten schon lange, dass prorussische Rebellen das Flugzeug mit einer aus Russland stammenden Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben. Russland hatte dementiert, an dem Absturz beteiligt gewesen zu sein und sieht die Verantwortung bei der ukrainischen Armee, die Raketen russischer Bauart in ihren Beständen hatte.

Der Flug der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur gewesen. Die Maschine wurde im Osten der Ukraine von einer Rakete getroffen. Alle 298 Passagiere und Besatzungsmitglieder starben.

alt Das "Buk"-Flugabwehrsystem. (Archivbild 2011)

Das Flugabwehrraketensystem Buk

Das Flugabwehrsystem Buk ("Buche") wurde in der Sowjetunion 1979 eingeführt. In unterschiedlichen Varianten befindet es sich in den Nachfolgestaaten bis heute im Einsatz.
Die für den Abschuss der malaysischen Boeing MH17 infrage kommende Modifikation M1 zerstört Ziele in einer Höhe von bis zu 22 Kilometern. Die Raketen explodieren in mehreren Metern Entfernung vor dem anvisierten Ziel. Die dabei entstehenden Splitter durchlöchern die Außenhaut des Flugzeugs, was zum Absturz führt.
Die ukrainische Armee hatte dem Londoner Internationalen Institut für Strategische Studien zufolge 2014 mehr als 60 Systeme des Typs Buk-M1 im Bestand. Russland verfügt über etwa 350 Systeme unterschiedlicher Modifikationen. Auch die prorussischen Rebellen in der Ostukraine sollen Buk-Raketen besitzen oder besessen haben.

MH17 von russischer BUK Rakete abgeschossen
Ludger Kazmierczak, ARD Den Haag
24.05.2018 12:36 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Mai 2018 um 12:00 Uhr.

Darstellung: