Ermittler zu MH17-Absturz Trümmerteile könnten von BUK-Rakete stammen

Stand: 11.08.2015 16:14 Uhr

Wer war Schuld am Absturz des malaysischen Fluges MH17 vor mehr als einem Jahr? Es gibt viele Theorien. Niederländische Ermittler haben nun Trümmerteile vom Absturzort untersucht. Und die könnten von einer russischen BUK-Rakete stammen. Es wäre ein erster physischer Beweis.

Niederländische Ermittler haben anscheinend erstmals einen physischen Beleg dafür gefunden, dass eine russische BUK-Rakete eine Rolle beim Absturz des Fluges MH17 gespielt haben könnte. Spezialisten in Den Haag untersuchten Trümmerteile vom Absturzort. Die heutigen Erkenntnisse sind möglicherweise ein wichtiger Schritt bei der Aufklärung des Falls MH17. Der russische BUK-Hersteller wurde um Hilfe gebeten. Ob es eine Antwort aus Moskau gab, ist unklar.

Weitere Ermittlungsschritte

Schriftlich nahmen die Ermittler nun Stellung: Die Teile seien "von besonderem Interesse für die strafrechtliche Untersuchung, weil sie möglicherweise mehr Informationen darüber liefern können, wer in den Absturz von MH17 verwickelt war", heißt es.

Um wirklich sicher zu gehen, folgen aber zunächst weitere Untersuchungen der Trümmerteile, Waffenexperten und Forensiker sollen bei den Nachforschungen eine wichtige Rolle spielen.

Wrackteil der Boing MH 17 in der Ostukraine (Foto vom 20.7.2014) | Bildquelle: dpa
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Wrackteil der Boing MH 17 in der Ostukraine (Foto vom 20.7.2014)

Die meisten der 298 Opfer des Absturzes der MH17 sind Niederländer. Deswegen spielen die Behörden in Den Haag eine entscheidende Rolle bei der Ursachensuche. Sie waren mehrfach am Absturzort in Donezk und hatten die nun im Zentrum stehenden Trümmerteile bei einer ihrer ersten Missionen entdeckt. Die mutmaßlichen Splitter der BUK-Rakete sollen aus dem Umfeld der Absturzstelle stammen

Ermittler mahnen zur Vorsicht

Genau weil es noch so viele offene Fragen gibt, weil die Unglücksstelle nach dem Absturz nicht abgesperrt war, lassen die Ermittler Vorsicht walten. Die Schäden an der Boeing 777 seien offenbar von einer "großen Zahl von Objekten verursacht, die das Flugzeug mit hoher Geschwindigkeit durchdrangen." Beim Versuch, den Absturz aufzuklären, sind die Ermittler mit ihren neuen Erkenntnissen einen kleinen Schritt voran gekommen, einen Durchbruch sehen sie aber noch nicht.

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