Detonation am Firmensitz von Ölkonzern Pemex Mindestens 33 Tote bei Explosion in Mexiko-Stadt

Stand: 02.02.2013 05:41 Uhr

Bei einer Explosion in der Zentrale des staatlichen mexikanischen Ölkonzerns Pemex sind mindestens 33 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 120 Menschen wurden bei der Detonation in Mexiko-Stadt verletzt, sagte Pemex-Generaldirektor Emilio Lozoya. Es werde weiter nach Verschütteten gesucht. Hunderte Rettungskräfte sind im Einsatz.

Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde erklärte, die Explosion sei offenbar durch eine Gasansammlung in einer elektrischen Anlage des Gebäudes ausgelöst worden. Pemex betonte hingegen, die Unglücksursache sei noch unklar, jegliche Berichte seien pure Spekulation. Ähnlich äußerte sich der mexikanische Präsident. Enrique Peña Nieto betonte: "Wir haben keine schlüssigen Befunde."

"Wir hatten zwei Minuten, um das Gebäude zu verlassen"

Der Ölkonzern hatte zunächst gemeldet, man habe das Gebäude wegen eines Stromausfalls evakuiert. "Wir hatten zwei Minuten, um das Gebäude zu verlassen", berichtete Astrid García Treviño, die in einem Anbau arbeitete. "Es war ein ohrenbetäubender Lärm. Der Boden wackelte wie bei einem Erdbeben." Menschen flüchteten in Panik aus dem zentralen Gebäude, Opfer wurden auf Tragen und Bürostühlen hinaus getragen. Schwarzer Rauch quoll aus dem schwer beschädigten Hochhaus. Die angrenzende Straße wurde abgesperrt, über der Gegend flogen Hubschrauber.

Rettungskräfte suchen nach Verschütteten | Bildquelle: dapd
galerie

Hunderte Rettungskräfte sind an der Pemex-Zentrale im Einsatz...

Rettungskräfte transportieren eine verletzte Person. | Bildquelle: dapd
galerie

... diese verletzte Person wird von Sanitätern abtransportiert.

Die Konzernverwaltung von Petroleos Mexicanos (Pemex) ist in einem 54-stöckigen Wolkenkratzer untergebracht. Insgesamt besteht die Konzernzentrale aus fünf Bürogebäuden. Das 51-stöckige Hauptgebäude war bei seiner Eröffnung in den 1980er Jahren der höchste Wolkenkratzer Lateinamerikas. Pemex ist der viertgrößte Rohölproduzent der Welt und fördert pro Tag rund 2,5 Millionen Barrel.

Immer wieder gerät der Konzern wegen Unfällen in die Schlagzeilen. Im vergangenen Jahr starben bei einer Explosion in einer Gas-Förderanlage des Unternehmens nahe der Grenze zu den USA 30 Menschen. Im Dezember 2010 wurden 29 Menschen getötet, als eine Pemex-Pipeline explodierte, nachdem Diebe sie angezapft hatten. Im Oktober 2007 starben 21 Pemex-Arbeiter bei einem Gasleck an einer Ölplattform im Golf von Mexiko.

Darstellung: