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28.05.2012

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Ausland
Brandanschlag auf Kasino: Trauer und Wut in Mexiko
Nach Brandanschlag auf Kasino

Trauer und Wut in Mexiko

Am Tag danach herrscht in Mexiko Schock, Wut und Trauer. Mindestens 53 Tote sind nach dem Brandanschlag auf das Spielkasino Royale in Monterrey zu beklagen. Das sprengt alle Dimensionen selbst im vom Drogenkrieg gezeichneten Mexiko.

Von Martin Polansky, ARD-Hörfunkstudio Mexiko

Staatschef Felipe Calderon trat am Morgen vor die Presse: "Damit es klar ist: Wir werden die Menschen in Monterrey, die unter dieser absurden Gewalt der Kriminellen leiden, nicht alleine lassen, sondern Schulter an Schulter zusammenstehen." Er versprach, man werde "noch mehr Mittel und Polizeikräfte in Monterrey einsetzen und nicht ruhen, bis wir die Schuldigen gefasst haben und der Stadt ihre vor Jahren verlorene Ruhe wieder zurückgeben können".

Feuerwehrleute löschen den Brand in einem Spielkasino in Monterrey (Mexiko) (Foto: REUTERS) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Flammen und dichter Rauch ließen vielen Menschen keine Chance, zu entkommen. ]
Sechs schwer bewaffnete und maskierte Täter stürmten Donnerstagnachmittag nach ersten Ermittlungen das Casino Royale. Zwischen Bingo-Tischen und Spielautomaten legten sie erst Brandbeschleuniger und dann Feuer. Ein Augenzeuge schildert, er habe "Explosionen gehört, insgesamt vier - dann kam der Rauch. Ich bin weggelaufen und habe mich versteckt. Auch die anderen Leute sind gerannt." Notausgänge sollen versperrt gewesen sein. Die meisten der Opfer erstickten im Qualm - unter ihnen sind viele Frauen.

Erschwerte Rettungsarbeiten

Die Behörden gehen inzwischen nicht mehr davon aus, dass es noch mehr Todesopfer gibt. Aber die Rettungsarbeiten und die Suche seien sehr schwierig, sagt Reynaldo Ramos, einer der Einsatzleiter des Zivilschutzes. "Nur die Leute in der Nähe des Ausgangs konnten wir evakuieren. Im Inneren dürfte es kaum Überlebende gegeben haben. Es waren mehrere Explosionen, die Glasscheiben der Spielautomaten flogen durch die Luft, es gab kein Licht und der Rauch war fürchterlich. Alles, was aus Glas war, explodierte."

Rache an Betreibern?

Die Industriestadt Monterrey liegt im Norden von Mexiko. Dort tobt der Drogenkrieg am heftigsten. Bars, Nachtclubs und auch Spielkasinos wurden immer wieder erpresst. Nach Medienberichten sollen die Betreiber des Royale Schutzgeldzahlungen verweigert haben und schon zuvor attackiert worden sein.

40.000 Menschen sind in den letzten fünf Jahren im mexikanischen Drogenkrieg umgekommen. Die Sicherheitskräfte werden der Kartelle nicht Herr. An die täglichen Meldungen über die Morde haben sich die Mexikaner fast schon gewöhnt. Der Anschlag auf das Spielkasino in Monterrey erschüttert nun aber das ganze Land.

Stand: 26.08.2011 17:53 Uhr
 

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