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Er gilt als eine Schlüsselfigur im mexikanischen Rauschgifthandel: der in den USA aufgewachsene Drogenbaron Edgar Valdez. Der wegen seiner hellen Haut "Barbie" genannte Verbrecher hatte sich in Mexiko als Auftragskiller verschiedener Drogenkartelle hochgearbeitet.
Von Martin Polansky, ARD-Hörfunkstudio Mexiko
[Bildunterschrift: Edgar Valdez alias "Die Barbie" wurde nach seiner Festnahme der Presse präsentiert. ]
Die mexikanische Polizei spricht von einem chirurgischen Eingriff. Edgar Valdez, genannt "Barbie", wurde in einem Haus nahe Mexiko-Stadt festgenommen. Bei der Aktion leistete er keinen Widerstand. Valdez gilt als einer der führenden Köpfe des Drogenkartells Beltran Leyva, das vor allem an der mexikanischen Pazifikküste aktiv ist. Auf den 37-jährigen US-Bürger mexikanischer Herkunft waren mehr als vier Millionen US-Dollar ausgesetzt - neben Drogenhandel werden ihm Auftragsmorde und Geldwäsche zur Last gelegt.
Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats in Mexiko, Alejandro Poire, spricht von einem wichtigen Erfolg: "Edgar Valdez Villareal ist ein gefährlicher Krimineller und seine Festnahme ein harter Schlag gegen das Organisierte Verbrechen. Dieser Erfolg zeigt, dass unser Sicherheitsapparat in der Lage ist, solche Verbrecher festzunehmen und ihre kriminellen Verbindungen, die den Frieden der Bevölkerung bedrohen, aufzubrechen."
Die Behörden präsentierten den Drogenboss denn auch stolz der Presse. "Barbie" - kurzgeschoren und wohlgenährt im teuren Poloshirt - grinste herablassend in die Kameras. Als gebrochener Mann zeigte er sich jedenfalls nicht. Ihm droht jetzt aber die Auslieferung in die USA. Auch die dortigen Behörden hatten nach ihm gefahndet. Die Festnahme von Valdez ist für die mexikanischen Drogenermittler der zweite spektakuläre Erfolg innerhalb weniger Wochen. Im Juli hatten Soldaten Nacho Coronel, einen der führenden Köpfe des sogenannten Sinaloa-Kartells erschossen.
Trotzdem geht der Drogenkrieg unvermindert weiter: 72 tote Immigranten in der letzten Woche - erschossen vermutlich von einer Drogenbande. Und heute starben acht Menschen im Badeort Cancun, als in einer Bar Molotowcocktails explodierten. Auch hier vermuten die Behörden Organisiertes Verbrechen. Eines der Hauptprobleme für die Fahnder ist, dass der Einfluss der Drogenkartelle bis in Politik und Sicherheitskräfte reicht. So will allein die mexikanische Bundespolizei 3200 Beamte - und damit jeden Zehnten - entlassen. Die Begründung: Überprüfungen hätten ergeben, dass viele der Polizisten nicht vertrauenswürdig seien.
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