Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto  | Bildquelle: REUTERS

Streit um Mauerbau Mexiko sagt Treffen mit Trump ab

Stand: 26.01.2017 20:37 Uhr

Es waren der Provokationen zu viel: Mexikos Präsident Peña Nieto hat seinen Besuch bei US-Präsident Trump abgesagt. Trump hatte seinem Amtskollegen nahegelegt, auf das Treffen zu verzichten, falls Mexiko nicht die Kosten für die Mauer an der Grenze übernimmt.

Im Streit um die von der US-Regierung geplante Grenzmauer hat Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto seinen Besuch bei US-Präsident Donald Trump abgesagt: "Wir haben heute das Weiße Hause informiert, dass ich nicht an dem für nächsten Dienstag geplanten Arbeitstreffen mit dem US-Präsidenten teilnehmen werde", twitterte Peña Nieto.

Enrique Peña Nieto @EPN
Esta mañana hemos informado a la Casa Blanca que no asistiré a la reunión de trabajo programada para el próximo martes con el @POTUS.

Trump hatte seinerseits auf Twitter erklärt, das Treffen könne gleich abgesagt werden, wenn Mexiko nicht zahle: "Wenn Mexiko nicht bereit ist, für die dringend benötigte Mauer zu bezahlen, wäre es besser, das bevorstehende Treffen abzusagen."

Der US-Präsident hatte am Mittwoch per Dekret den Bau der Mauer entlang der 3200 Kilometer langen Grenze zu Mexiko angeordnet. Schon der Zeitpunkt der Anordnung wurde in Mexiko als Affront verstanden, weil zur gleichen Zeit der mexikanische Außenminister Luis Videgaray und Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo in Washington mit einer hochrangigen US-Delegation über die Zukunft der Beziehungen beider Länder berieten.

Trump reagierte umgehend auf die Absage. Bei einer Veranstaltung der Republikaner in Philadelphia sagte er: "Ich möchte nun einen anderen Weg gehen. Wir haben keine andere Wahl." Was er damit genau meinte, erklärte Trump nicht.

Peña Nieto in Mexiko unter Druck

Politiker verschiedener Parteien in Mexiko rieten dem Staatschef angesichts der Provokationen aus Washington von der Reise ab. Die frühere First Lady und mögliche Präsidentschaftskandidatin Margarita Zavala nannte Trumps Mauer-Dekret eine Beleidigung für Mexiko.

Mit der Anordnung will Trump die illegale Einwanderung aus dem südlichen Nachbarland bekämpfen. Die Baukosten sollen nach Einschätzung von Experten mehr als 20 Milliarden Dollar (18,5 Milliarden Euro) betragen. Die Übernahme dieser Kosten hat Peña Nieto mehrfach zurückgewiesen.

Der US-Präsident verlangt zudem eine Anpassung des Freihandelsabkommens Nafta mit Mexiko und Kanada. Peña Nieto erklärte, er sei weiter zu Zusammenarbeit mit den USA bereit, wenn dies den Interessen beider Staaten entgegenkomme. Die USA hätten "ein Handelsdefizit von 60 Milliarden Dollar mit Mexiko", schrieb er. Nafta sei "von Anfang an ein einseitiger Deal" gewesen. Die USA hätten "viele Arbeitsplätze und Firmen verloren".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Januar 2017 um 12:10 Uhr.

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