Mitglieder des argentinischen Forensikerteams, das keine Hinweise gefunden hat, wonach die verschwundenen Studenten auf einer Mülldeponie verbrannt worden sein sollen. | Bildquelle: REUTERS

Verschwundene Studenten Forensiker widersprechen mexikanischen Behörden

Stand: 10.02.2016 11:05 Uhr

2014 wurden in Mexiko 43 Studenten entführt und später ermordet. Die mexikanischen Ermittler behaupten, sie seien auf einer Mülldeponie verbrannt worden. An dieser Version gibt es seit längerem Zweifel - und die werden von einer neuen Untersuchung erhärtet.

Anderthalb Jahre nach dem Verschwinden von 43 Studenten in Mexiko haben argentinische Gerichtsmediziner keine Beweise für die offizielle Version gefunden, wonach diese auf einer Mülldeponie verbrannt worden seien. Die auf der Deponie in Cocula im Staat Guerrero entdeckten Überreste von 19 Menschen seien nicht den vermissten Studenten zuzuordnen, hieß es in einem Bericht der argentinischen Forensiker.

Fotos und Analysen von Pflanzen auf der Müllkippe hätten ergeben, dass es zum fraglichen Zeitpunkt dort kein Feuer gegeben habe. Auch seien die angeblich dort gefundenen Leichenteile, die einem Studenten zugeordnet werden konnten, nur leicht verbrannt.

Studenten im September 2014 verschwunden

Das Team untersucht im Auftrag der Angehörigen das Verschwinden der Studenten im September 2014. Ermittler der Regierung hatten ursprünglich gesagt, die Studenten seien auf dieser Deponie verbrannt worden.

Das bis heute ungeklärte Verschwinden der Studenten wühlt Mexiko immer noch auf. Sie gehörten zu einem Lehrerkolleg in Ayotzinapa und hatten versucht, für Proteste einen Bus zu kapern. Die 43 Studenten sollen von der Polizei festgenommen, an eine Drogenbande übergeben und von dieser umgebracht und verbrannt worden sein, so die mexikanische Generalstaatsanwaltschaft.

Eine internationale Kommission hatte diese Darstellung angezweifelt. Daraufhin ließ die Generalstaatsanwaltschaft die Suche fortsetzen. Landesweit gingen Menschen auf die Straße, hunderte weitere Familien der Gegend meldeten ebenfalls Vermisste.

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