Auf dieser Müllkippe in Colula fanden die Ermittler sterbliche Überreste. Die Identifizierung ist schwierig, vielleicht sogar unmöglich. | Bildquelle: dpa

Mutmaßliche Morde in Mexiko Alle 43 Studenten für tot erklärt

Stand: 27.01.2015 22:08 Uhr

Die Verschleppung von 43 Studenten vor vier Monaten hatte in Mexiko schwere Proteste ausgelöst. Nun erklärte sie die Generalstaatsanwaltschaft für tot, auch wenn nur ein Opfer identifiziert werden konnte. Die Beweise reichten aus, hieß es.

Die Generalstaatsanwaltschaft in Mexiko hat 43 im September verschleppte Studenten für tot erklärt. "Die Beweise erlauben uns festzustellen, dass die Studenten entführt, getötet und verbrannt wurden", sagte Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam. "Das ist die Wahrheit. Daran gibt es keinen Zweifel."

Die 43 Studenten waren nach bisherigen Erkenntnissen in Igula von der örtlichen Polizei verschleppt und einer kriminellen Organisation übergeben worden. Bandenmitglieder gestanden, die Studenten getötet und verbrannt zu haben. Die Tat warf ein Schlaglicht auf die engen Verbindungen zwischen Politikern, Polizisten und Verbrechern in Mexiko. Der Fall löste landesweite Proteste aus.

Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam erklärte, die Untersuchung habe bewiesen, dass das Feuer auf einer Deponie im Staat Guerrero heiß genug gewesen sei, 43 Menschen bis zur Unkenntlichkeit zu verbrennen.

Bislang konnte das beauftragte forensische Institut in Insbruck nur die Überreste eines Opfers identifizieren. Den Wissenschaftlern gelang es nicht, genügend Genmaterial auszuwerten. Sie versuchen aber mit einem speziellen Verfahren, doch noch Erkenntnisse zu gewinnen.

Die Familien der Opfer zweifeln an den Ermittlungsergebnissen und suchen noch immer nach den jungen Leuten.

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