Mexikaner in der US-Metropole Minneapolis demonstrieren gegen den gewählten Präsidenten Donald Trump. | Bildquelle: AP

US-Einwanderungspolitik Mexiko will Landsleute schützen

Stand: 17.11.2016 09:16 Uhr

Mexiko will nicht untätig zusehen, wie der künftige US-Präsident Trump Millionen Landsleute ausweisen lässt. Das Außenministerium stellte ein Elf-Punkte-Programm vor, um Mexikanern zu helfen. Und auch Bürgermeister von US-Metropolen stellen sich schützend vor die Einwanderer.

Eine Woche nach dem Sieg des Republikaners Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl hat Mexikos Regierung angekündigt, die Rechte mexikanischer Bürger in den USA zu verteidigen. Das Außenministerium veröffentlichte eine Liste mit elf Sofortmaßnahmen, um Migranten in den USA zu helfen und mögliche Abschiebungen zu verhindern.

Der künftige Präsident Trump hatte in einem Fernsehinterview angekündigt, bis zu drei Millionen illegale und straffällig gewordene Migranten sofort auszuweisen. Auch an dem Bau einer Grenzmauer zu Mexiko hält er im Prinzip fest.

Mobile Beratungsstellen, Telefonhotlines und eine App

Das Außenministerium will unter anderem mobile Beratungsstellen einrichten und die Öffnungszeiten der Konsulate in den USA verlängern, um sicherzustellen, dass alle Mexikaner gültige Dokumente wie Pässe und Geburtsurkunden erhalten. Über eine kostenlose Telefonhotline, die rund um die Uhr besetzt ist, sollen zweifelhafte "Einwanderungsmaßnahmen" oder Vorfälle gemeldet werden.

Außerdem soll eine App mit Migrationsthemen veröffentlicht werden. Außenministerin Claudia Ruiz Massieu rief in einem Video ihre Landsleute dazu auf, Ruhe zu bewahren und Konflikte zu vermeiden, die möglicherweise "administrative oder strafrechtliche Sanktionen" nach sich ziehen könnten. Das Video wurde in sozialen Netzwerken verbreitet.

Migranten überweisen Milliarden US-Dollar

Nach Regierungsangaben leben rund zwölf Millionen Mexikaner in den Vereinigten Staaten. Mexiko ist auf die Rücküberweisungen der Migranten angewiesen. Die sogenannten Remesas bringen Mexiko jährlich rund 25 Milliarden Dollar und liegen damit noch über den Erdöleinnahmen.

Ähnlich abhängig von den Dollar-Überweisungen ihrer Landsleute sind auch mehrere zentralamerikanische Staaten. Diese bemühen sich um einen Schulterschluss angesichts der von Trump angekündigten Maßnahmen. Die Staatschefs von Honduras, Guatemala und El Salvador hätten beschlossen, Mexiko um Unterstützung zu bitten, sagte der Außenminister El Salvadors, Hugo Martinez.

De Blasio stellt sich vor Illegale

Nach einem Treffen mit Trump stellte sich New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio schützend vor illegal in den USA lebende Einwanderer. Dem designierten US-Präsidenten habe er gesagt, dass "diese Stadt und so viele andere Städte in diesem Land alles ihnen Mögliche tun werden, um unsere Einwohner zu schützen und sicherzustellen, dass keine Familien auseinandergerissen werden", sagte der Demokrat vor Reportern.

New York sei "DIE" Stadt der Einwanderer, sagte de Blasio. Die Metropole verdanke ihren Erfolg der Öffnung für alle, "sie wurde erbaut von Einwanderern, Generation für Generation". Ähnlich wie de Blasio äußerten sich zuvor bereits die Stadtoberhäupter von Los Angeles, San Francisco, Chicago, Boston, Philadelphia und Washington.

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