Soldaten verteilen Hilfsgüter an Menschen. | Bildquelle: dpa

Mexiko nach dem Erdbeben Juchitán wartet auf Hilfe

Stand: 11.09.2017 09:44 Uhr

Juchitán wurde von dem Erdbeben besonders hart getroffen. Hier starben die meisten Menschen, viele sind obdachlos. Während Landsleute für sie Spenden sammeln, fühlen sie sich von der Regierung alleingelassen.

Von Anne-Katrin Mellmann, ARD-Studio Mexiko

Viele Trauerprozessionen zogen durch die Straßen von Juchitán. Nirgends kamen bei dem Erdbeben vom Donnerstag mit der Stärke 8,2 so viele Menschen ums Leben wie hier. Der 100.000-Einwohner-Ort im südlichen Bundesstaat Oaxaca liegt in Trümmern. Mindestens 5000 Gebäude sind beschädigt oder zerstört, darunter eine Kirche, das wichtigste Krankenhaus der Stadt, das Rathaus und der Markt.

Ein Sarg wird durch Trauernde getragen | Bildquelle: AP
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Juchitán wurde von dem Erdbeben besonders hart getroffen. Hier starben die meisten Menschen.

Hunderte Nachbeben haben viele beschädigte Häuser endgültig zum Einsturz gebracht. Einwohner campieren aus Angst vor Nachbeben oder weil sie obdachlos geworden sind auf der Straße. Sie warten darauf, dass Strom- und Wasserversorgung wieder funktionieren, dass Hilfe kommt. Aber seit dem Besuch des Präsidenten gleich einen Tag nach dem Beben sei nichts mehr passiert, schimpfen aufgebrachte Frauen. Kartons mit Lebensmitteln, die die Regierung verteilen lässt, seien bei ihnen nicht angekommen.

"Wir sind arme Leute"

"Niemand ist bisher gekommen, um auch nur zu fragen, ob unsere Häuser kaputt sind. Seitenstraßen wie unsere interessieren nicht", klagt eine Frau. "Wir haben nicht ein bisschen Hilfe bekommen. Gestern kamen einige Evangelikale vorbei und brachten etwas Brot und süßes Maiswasser, das war alles. Wir stehen hier vor den Trümmern unserer Häuser und wir sind arme Leute."

Reportage aus Juchitán
tagesschau24 11:00 Uhr, 11.09.2017, Xenia Böttcher, ARD Mexiko

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In den beiden am stärksten vom Erdbeben betroffenen Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas leben die meisten Einwohner in Armut. Vielen Hauptstädtern im weit entfernten Mexiko-Stadt ist das bewusst: Deshalb sammeln sie Spenden in dafür eigens eingerichteten Sammelstellen. Eine steht mitten auf dem Zócalo, dem großen Platz an der Kathedrale.

Erdbebenopfer von 1985 sammeln Geld

Der Andrang ist groß. Eine Frau erinnert sich: "Wir in der Hauptstadt hatten 1985 eine Erdbebenkatastrophe und alle haben uns geholfen. Mein Wohnviertel war damals völlig zerstört. Ich erhielt Hilfe, und deshalb bin ich heute hier und will den Menschen in Oaxaca und Chiapas helfen. Wir können nur hoffen, dass die Hilfe jetzt auch wirklich bei den Betroffenen ankommt."

Mehr als zwei Millionen Betroffene sind es in Oaxaca und Chiapas. Die Millionenmetropole Mexiko-Stadt hatte Glück, weil das Epizentrum des Bebens in großer Tiefe weit entfernt im Süden des Landes lag. Nur leichtere Schäden wurden gemeldet. Trotzdem haben auch in der Hauptstadt einige aus Angst vor den Nachbeben ihre Häuser verlassen. 20 Schulen bleiben am Montag aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Zum Wochenbeginn endet die dreitägige Staatstrauer für die Opfer des Bebens, aber die Stimmung bleibt gedrückt. Zu viel hat Mexiko in den vergangenen Tagen erlebt: Ein Beben, so stark wie seit mehr als 80 Jahren nicht und einen Hurrikan auf dem Golf von Mexiko, der den Bundesstaat Veracruz traf und zwei Menschen das Leben kostete.

Erdbeben in Mexiko: Die Katastrophe von Juchitán
Anne-Katrin Mellmann, ARD Mexiko
11.09.2017 09:11 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. September 2017 um 10:00 Uhr.

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