Gewaltsame Proteste in Mexiko | Bildquelle: AFP

Plünderungen und Gewalt Tote bei Benzinpreis-Protest in Mexiko

Stand: 07.01.2017 12:23 Uhr

In Mexiko bringt die Erhöhung der Benzinpreise Demonstranten weiter auf die Straße. Bei den Protesten kamen mehrere Menschen ums Leben, es gab Plünderungen und Vandalismus. Ladenbesitzer bilden Bürgerwehren.

Bei landesweiten Protesten in Mexiko gegen die Erhöhung der Benzinpreise sind Medienberichten zufolge mehrere Menschen ums Leben gekommen. Über 900 Demonstranten wurden festgenommen und 400 Geschäfte geplündert, wie die Zeitung "Milenio" berichtete.

Unternehmerverbände forderten den Einsatz des Militärs, um den Plünderern Einhalt zu gebieten. Im Bundesstaat Hidalgo seien zwei Menschen umgekommen, als die Polizei eine Straßenblockade räumen wollte, teilten die lokalen Behörden mit. Weitere 20 Menschen seien verletzt worden. Drei Fahrzeuge, darunter ein Streifenwagen der Polizei, wurden in Brand gesetzt.

Proteste in Mexiko dauern nach Benzinpreiserhöhung an
tagesschau 13:15 Uhr, 08.01.2017, Peter Sonnenberg, ARD Mexico

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Im Süden des Staates Veracruz, in der Gemeinde Agua Dulce, wurde ein Mensch während der Proteste überfahren und starb, wie die Zeitung "Milenio" unter Berufung auf die Behörden berichtete. Außerdem seien am Donnerstag zwei Leichen mutmaßlicher Plünderer in der Nähe ausgeraubter Geschäfte in Veracruz gefunden worden.

Bürgerwehr gegen Plünderer

Ein Polizist wurde am Mittwoch von einem Fahrzeug überfahren und tödlich verletzt, als er einen Überfall auf eine Tankstelle verhindern wollte. Die Polizei kämpft seit Sonntag gegen Krawalle und Plünderungen an. In Puebla bildeten Bewohner von drei Stadtteilen mit Stöcken, Macheten und Steinen bewaffnete Bürgerwehren, um Plünderer abzuschrecken.

Die Polizei schickte zur Wochenmitte 9000 zusätzliche Beamte in die Hauptstadt. Dafür weiteten sich die Proteste auf andere Landesteile aus: Im nördlichen Bundesstaat Coahuila setzte die Polizei Tränengas gegen hunderte Demonstranten ein, wie auf Bildern des Fernsehsenders "Milenio TV" zu sehen war. In Veracruz versperrten mit Eisenstangen und Macheten bewaffnete Geschäftseigentümer die Zugänge zu Einkaufszentren.

Proteste nach massiver Benzinpreiserhöhung

Seit der Erhöhung der Benzinpreise am Sonntag um bis zu 20 Prozent wird überall im Land protestiert. Es kam zu zahlreichen Ausschreitungen, Straßensperren wurden errichtet, Tausende Geschäfte blieben aus Angst vor Diebstahl geschlossen.

Der mexikanische Präsident Enrique Pena Nieto
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Mexikos Präsident Pena Nieto hofft, das die Preise wieder fallen.

Für diesen Sonntag werden weitere landesweite Proteste und eine Demonstration in Mexiko-Stadt erwartet. Der Preisanstieg erfolgt im Rahmen der von der mexikanischen Regierung vorangetriebenen Liberalisierung der Treibstoffpreise, die sich folglich den internationalen Schwankungen des Erdölpreises anpassen. In Mexiko war jahrzehntelang der Benzinpreis von der Regierung weit unter den Marktpreisen festgelegt worden.

Präsident: Ölpreis fällt wieder

Pena Nieto sagte am Donnerstagabend in einer Fernsehansprache, er habe als Präsident die Pflicht, "schwierige Entscheidungen" zu treffen, um "große Probleme in der Zukunft" zu verhindern. Seine Regierung habe die "künstlichen" Benzinpreise nicht beibehalten können. Dem Präsidenten zufolge werden die Preise langfristig wieder fallen, wenn seine 2014 angestoßene Reform der Ölindustrie greift.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. Januar 2017 um 07:14 Uhr.

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