Menschen plündern ein Geschäft in Veracruz (Mexiko) | Bildquelle: AP

Proteste gegen Benzinpreiserhöhung Mexikaner plündern Geschäfte

Stand: 05.01.2017 10:59 Uhr

Benzin ist in Mexiko für viele ein unerschwingliches Luxusgut. Nun hat die Regierung zum Jahreswechsel den Kraftstoff noch teurer gemacht und die Preise um 20 Prozent erhöht. Wütende Bürger plünderten daraufhin zahlreiche Tankstellen und Geschäfte.

Die Erhöhung des Benzinpreises hat in Mexiko zu Plünderungen von Tankstellen und Geschäften geführt. In Zentralmexiko seien 79 Filialen überfallen worden, weitere 170 hätten geschlossen werden müssen oder seien blockiert gewesen, teilte der nationale Kaufhausverband mit.

Allein in der Region um die Hauptstadt Mexiko-Stadt wurden nach Angaben des Gouverneursamtes 161 Verdächtige wegen Vandalismus und Ladendiebstahls festgenommen. In der Hauptstadt selbst gab es rund 20 Festnahmen wegen Plünderungen. Über das ganze Land hinweg sperrten wütende Demonstranten zudem Schnellstraßen ab und verbrannten Reifen.

Menschen plündern ein Geschäft in Veracruz (Mexiko) | Bildquelle: AP
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Menschen plündern Dutzende Geschäfte wie dieses in Veracruz.

Menschen plündern ein Geschäft in Veracruz (Mexiko) | Bildquelle: AFP
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Ein Mann nimmt so viel Spielzeug mit, wie er tragen kann.

Die Regierung hatte die Benzinpreise in Mexiko zum Jahresbeginn um 20 Prozent erhöht. Durchschnittlich kostet ein Liter Premiumbenzin nun 17,79 Pesos (rund 90 Cent). Zum Vergleich: Der jüngst erhöhte Mindestlohn pro Tag beträgt 80 Pesos (vier Dollar).

Präsident glaubt an langfristigen Preisverfall

Präsident Enrique Peña Nieto verteidigte die Preiserhöhung unter Verweis auf die gestiegenen Weltmarktpreise. "Wenn diese Entscheidung nicht getroffen worden wäre, wären die Auswirkungen und Konsequenzen weitaus schmerzhafter geworden", sagte er. Die Wut und Verwirrung in der Öffentlichkeit könne er aber nachvollziehen.

Menschen plündern ein Geschäft in Veracruz (Mexiko) | Bildquelle: AFP
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Die Ware ist durch die Plünderungen aus den Regalen gefallen.

Polizisten in einem geplünderten Geschäft in Veracruz (Mexiko) | Bildquelle: AFP
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Schließlich sichern Polizisten den Laden.

Peña Nieto zufolge werden die Preise langfristig wieder fallen, wenn seine 2014 angestoßene Reform der Ölindustrie greift. Er beendete das 76 Jahre alte Staatsmonopol auf die Ölförderung und öffnete die Branche für ausländische Firmen. Der Staatskonzern Pemex verlor damit sein Monopol auf den Verkauf von Benzin und Diesel.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Januar 2017 um 13:00 Uhr.

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