Nach dem Meteoriteneinschlag in Russland Das große Aufräumen in Tscheljabinsk

Stand: 16.02.2013 13:00 Uhr

Der Meteoriteneinschlag im Ural ist zum Glück glimpflich ausgegangen. Kein Mensch kam ums Leben. Doch die materiellen Schäden sind immens. Mehr als 200.000 Quadratmeter Glas gingen durch die Explosion zu Bruch. Tausende Menschen aus dem Umland helfen bei den Aufräumarbeiten.

Von Christina Nagel, ARD-Hörfunkstudio Moskau

Mehr als 24.000 Helfer sind auch heute im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen. Fenster werden provisorisch mit dicken Plastikplanen abgedichtet, Dächer geflickt, Flure gefegt, Regale wieder zusammengezimmert. Ganze Hundertschaften von Glasern sind aus den umliegenden Regionen angerückt. Sie stehen vor einer gewaltigen Aufgabe: Die Druckwelle hat laut Behördenangaben eine Glasfläche von insgesamt 200.000 Quadratmetern zu Bruch gehen lassen.

Mehr als 3700 Häuser wurden durch die Explosion des Meteoriten beschädigt, darunter Krankenhäuser, Schulen und Kindergärten. Spezial-Teams sind im Einsatz, um zu überprüfen, ob die Gebäude einsturzgefährdet sind. "Wir kümmern uns zuerst um die Außenbereiche, dann um die Versorgung mit Strom, Wasser und Gas", erklärte Katastrophenschutzminister Wladimir Putschkow. Insgesamt sei man auf einem guten Weg: "Im Energie- und im Infrastrukturbereich läuft alles. Die Leitungen in den wichtigsten sozialen Einrichtungen sind repariert. Es ist gewährleistet, dass alle Gebäude, die beschädigt wurden, wieder hergestellt werden."

Ein Sachschaden von mehr als 25 Millionen Euro

Auch in den Krankenhäusern normalisiert sich die Lage. Nur noch 15 Verletzte werden derzeit stationär versorgt. Eine schwer verletzte Frau war vom Katastrophenschutzministerium ausgeflogen worden. Sie wird in einer Moskauer Klinik weiterbehandelt.

Insgesamt waren durch die Explosion des Meteoriten mehr als 1100 Menschen verletzt worden. Viele durch herumfliegende Splitter. Der Sachschaden wird auf umgerechnet mehr als 25 Millionen Euro geschätzt.

Teile des Meteoriten wurden nach Behördenangaben trotz intensiver Suche bislang nicht gefunden. Auch ein mehrstündiger Tauchgang von Spezialisten in einem See blieb ergebnislos.

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