Zur Haupt-Navigation der ARD.
Zum Inhalt.

28.05.2012

ARD-Logo

Suche in tagesschau.de

Hauptnavigation
Multimedia
Inhalt
Ausland
Die Konrad Adenauer vor ihrem Abflug aus Berlin-Tegel (Foto: dapd)
Merkel darf stundenlang nicht über den Iran fliegen
Anreise zum deutsch-indischen Spitzentreffen

Iran lässt Merkel in der Luft hängen

Der Iran hat der Regierungsmaschine von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihrem Weg nach Indien zeitweilig die Überflugrechte verweigert. Das Flugzeug der Kanzlerin mit einer großen Delegation an Bord musste in der Nacht umdrehen und zwei Stunden über der Türkei kreisen, bevor es die Genehmigung zum Durchqueren des iranischen Luftraums erhielt.

Merkel landete mit mehr als zwei Stunden Verspätung in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi. "So etwas habe ich noch nicht erlebt. Die Piloten auch nicht", sagte sie.

Die Gründe für den Vorfall sind noch unklar. Der Protokollchef des Auswärtigen Amtes, Claus Krumrei, teilte im Flugzeug mit, die Landung in Neu-Delhi verzögere sich "aufgrund von Problemen mit dem Iran". Vor dem Abflug aus Berlin am Abend hatte es nach Angaben der Bundesregierung grünes Licht für den Überflug gegeben. Dies sei aber später von iranischer Seite bestritten worden.

Regierungssprecher Steffen Seibert und Journalisten in der "Konrad Adenauer" (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: "Das gab es noch nie": Regierungssprecher Seibert spricht mit Journalisten in der "Konrad Adenauer".]
Angela Merkel kommt auf dem Flughafen Neu Dehli an. (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Zwei Stunden später als geplant: Angela Merkel und ihre Entourage kommen auf dem Flughafen Neu-Dehli an.]
 

Genehmigung in letzter Minute

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte: "So einen Vorfall gab es noch nie." Erst nach einstündiger Verhandlung unter Vermittlung der Türkei und Beteiligung des Auswärtigen Amtes habe Teheran der Maschine der Kanzlerin den Überflug doch noch erlaubt. Dies geschah in letzter Minute, denn ansonsten hätte der neue Airbus 340 wegen Treibstoffmangels in der Türkei zwischenlanden müssen.

Eine zweite deutsche Regierungsmaschine, in der die Bundesminister Hans-Peter Friedrich, Thomas de Maizière, Peter Ramsauer und Annette Schavan sowie Staatssekretäre zu den ersten deutsch-indischen Regierungskonsultationen reisten, kam ohne Probleme durch.

Iranischer Botschafter einbestellt

Außenminister Guido Westerwelle kritisierte die iranische Verweigerung der Überflugrechte scharf als "Verstoß gegen alle internationalen Gepflogenheiten". Er sprach von einer "Respektlosigkeit gegenüber Deutschland, die wir nicht hinnehmen können". Der iranische Botschafter in Deutschland sei deshalb noch für heute ins Auswärtige Amt einbestellt worden.

Noch keine Reaktion aus Teheran

Unterdessen berichtet ARD-Hörfunkkorrespondent Ulrich Pick, die großen iranischen Nachrichtenagenturen erwähnten den diplomatischen Zwist noch nicht. Das Staatsfernsehen melde lediglich, dass die Kanzlerin mit einer besonders großen Delegation nach Indien geflogen sei. Gestern habe der Sprecher des Teheraner Außenministeriums seine dienstags turnusgemäße stattfindende internationale Pressekonferenz für heute ohne Angaben von Gründen abgesagt.

Das iranische Staatsfernsehen habe den Besuch der Kanzlerin in Indien mit einer längeren Meldung erwähnt. In dieser sei betont worden, dass es sich um eine ausgesprochen groß angelegte Visite handele. Teheran pflegt gute Beziehungen mit Neu-Delhi, lässt aber gewöhnlich Besuche deutscher Politiker in der Region in den offiziellen Nachrichten unerwähnt.

Stand: 31.05.2011 09:37 Uhr
 

© tagesschau.de

tagesschau.de ist für den Inhalt externer Links nicht verantwortlich.

Die Landesrundfunkanstalten der ARD: BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR, WDR,
Weitere Einrichtungen und Kooperationen: ARD Digital, ARTE, PHOENIX, 3sat, KI.KA, DLF/ DKultur, DW