Bundeskanzlerin Merkel bei ihrem Putin-Besuch in Sotschi | Bildquelle: dpa

Merkels Russland-Reise Auf Kurzbesuch in Sotschi

Stand: 02.05.2017 14:29 Uhr

Bundeskanzlerin Merkel hat Russlands Präsidenten Putin in Sotschi am Schwarzen Meer getroffen. Themen wie die Ukraine und Syrien zeigen: Es gibt große Differenzen.

Von Hermann Krause, ARD-Studio Moskau

Kanzlerin Angela Merkel ist bei ihrem Kurzbesuch in Sotschi von Russlands Präsidenten Wladimir Putin empfangen worden. Es ist fast zwei Jahre her, dass die Kanzlerin zu einem offiziellen Besuch in Russland war. Im Jahr 2015, zum 70. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitlerdeutschland, wollte sie nicht in Moskau sein, das Ganze aber auch nicht völlig ignorieren. Statt am 9. Mai kam sie dann am 10. und legte mit Putin im Alexandergarten am Kreml einen Kranz nieder. In ihrer Ansprache sagte sie: "Angesichts all dieser historischen Ereignisse bin ich dankbar dafür, dass Versöhnung zwischen unseren Völkern möglich war, dass Deutsche und Russen heute gemeinsam an einer besseren Zukunft arbeiten können."

Da Merkel vorher viel über die Verbrechen der Nazis geredet hatte, entstand dann wohl auch jener Versprecher: "Durch die verbrecherische und völkerrechtswidrige Annexion der Krim und die militärischen Auseinandersetzungen in der Ostukraine hat diese Zusammenarbeit einen schweren Rückschlag erlitten."

Merkel trifft Putin in Sotschi
tagesschau 16:00 Uhr, 02.05.2017, Birgit Virnich, ARD Moskau

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Ein schwerer Rückschritt

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen in Sotschi | Bildquelle: dpa
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Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen in Sotschi

Putin ging auf die Formulierung "verbrecherische Annexion" gar nicht ein. Nach russischer Auffassung handelt es sich um eine legale Wiedervereinigung zwischen Russland und der Krim. Zur Situation in der Ostukraine sagte er: "Was die Einwände bezüglich der Einhaltung des Minsker Abkommens angeht: Beide Seiten beklagen die Verletzungen der Waffenruhe. Ich stimme mit der Frau Bundeskanzlerin überein - es gibt keine Alternative zum Minsker Abkommen. Dies muss mit Hilfe der OSZE umgesetzt werden."

Vor zehn Tagen jedoch kam ein Mitarbeiter der OSZE ums Leben, und zwar in dem von den Separatisten kontrollierten Gebiet. Diese wiesen alle Verantwortung von sich. Für den ohnehin wackeligen Friedensprozess ist das Ganze ein schwerer Rückschritt, der auch die Gespräche belasten wird. Dennoch meint der Deutschlandexperte Wladislaw Below: "Die Stimmung von Frau Merkel ist ziemlich konstruktiv. So hat sie erklärt, man solle sich nicht nur auf die Probleme, sondern mehr auf die Gemeinsamkeiten und Anknüpfungspunkte konzentrieren."

Differenzen über Syrien bleiben

Das ist nicht so ganz einfach. Nach wie vor gelten die Sanktionen gegen Russland. Daran wird sich kaum etwas ändern. Russland sieht sich umzingelt von der NATO. Die Stationierung auch deutscher Soldaten im Baltikum wird als Affront gesehen. Hinzu kommen die Differenzen über Syrien. Below: "Ich erwarte ein Gespräch nach dem Motto, trotz der Probleme müssen wir miteinander reden. Kritik gibt es auch an der russischen Syrien-Politik. Der Westen sieht Assad als Schlächter, der Frauen und Kinder mit Gas tötet. Hier wird die Kanzlerin eine ziemlich harte Haltung einnehmen."

Putin lädt diesmal nach Sotschi ans schwarze Meer ein, eine weitläufige Residenz: Merkel war dort bereits einmal im Jahr 2007. Bekannt ist die Szene als Putin seine Labrador-Hündin ins Zimmer ließ, angeblich nicht wissend, dass die Kanzlerin Angst vor Hunden habe.

Der Propagandasender Sputnik meint, Merkel habe im beginnenden Wahlkampf umgeschaltet und werde ihre Russland-Politik so ausrichten, dass sie damit beim deutschen Wähler Punkten könne.

Schönes Wetter, viele Probleme: Merkel bei Putin in Sotschi
Hermann Krause, ARD Moskau
02.05.2017 11:14 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 02. Mai 2017 die tagesschau um 14:00 Uhr und Inforadio um 10:01.

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