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Erster Besuch in Ottawa
Merkel nennt Kanada Vorbild für Eurozone
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihren ersten bilateralen Kanada-Besuch mit einem dicken Lob für den Gastgeber begonnen: Die Regierung in Ottawa sei mit ihrer strikten Haushaltsdisziplin verbunden mit einem klaren Wachstumskurs ein Vorbild für die Lösung der Eurokrise, sagte sie nach ihrer Landung in der kanadischen Hauptstadt.
Sie glaube, dass der Weg Kanadas "mit sehr großer Konzentration auf Wachstum und Überwindung der Krise, und nicht auf Pump zu leben, ein Beispiel dafür sein kann, wie die Probleme angegangen werden". Da sei auch für die richtige Lösung in Europa.
Harper drängt Merkel in Führungsrolle
Im Anschluss kam Merkel zu einem informellen Meinungsaustausch mit Premierminister Stephen Harper zusammen. Harper drängt Deutschland seit Langem, eine führende Rolle bei der Lösung der Schuldenkrise einzunehmen. Den Euro-Staaten wirft er vor, selbst nicht genug gegen die Krise zu tun.
Kanada hat sich von der Weltfinanzkrise gut erholt und nimmt nach den Wirtschaftsdaten einen Spitzenplatz unter den führenden Industrienationen ein. Merkel sagte Harper zu, sich auf europäischer Ebene für einen schnellen Abschluss der seit 2009 laufenden Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und Kanada einzusetzen. Dabei geht es um den Abbau von Handelsschranken, der nach Einschätzung der Kanadier ihrem Land Zigtausende neue Arbeitsplätze bringen könnte.
"Haben noch viel Spielraum"
Die Kanzlerin unterstrich, sie wolle sich für eine Vertiefung der Beziehungen beider Länder in den Bereichen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft einsetzen. Gerade auf dem Rohstoffsektor und bei den erneuerbaren Energien "haben wir noch viel Spielraum, unsere Beziehungen zu intensivieren".
Stand: 16.08.2012 04:42 Uhr
