Merkel und Erdogan bei einem Treffen 2013 | Bildquelle: dpa

Gespräch über Syrien-Krieg Merkel und Erdogan telefonieren

Stand: 01.12.2016 21:56 Uhr

Allen Differenzen zum Trotz: Kanzlerin Merkel und der türkische Präsident Erdogan sprechen weiter miteinander. Die Bundesregierung bestätigte dem ARD-Studio Istanbul, dass beide miteinander telefonierten. Dabei ging es auch um die Lage in Aleppo.

Ungeachtet der jüngsten Spannungen zwischen der Türkei und der Europäischen Union bemühen sich beide Seiten weiter um einen Zusammenarbeit. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan telefonierten miteinander und erörterten dabei vor allem die Krisen in der Region.

Wie Regierungssprecher Steffen Seibert dem ARD-Studio Istanbul bestätigte, berieten Merkel und Erdogan unter anderem "katastrophale humanitäre Lage im Raum Aleppo". Die jüngste, von Russland unterstützte, Offensive des syrischen Regimes gegen Aleppo führe zu einer "dramatischen Verschärfung des Leids der Zivilbevölkerung". Ein Waffenstillstand und die uneingeschränkte Versorgung der Zivilbevölkerung seien "dringlicher denn je".

Die Forderungen bleiben

Das regierungsnahe türkische Portal "Daily Sabbah" berichtete, Erdogan habe Merkel ferner dazu gedrängt, dass die EU ihre im Flüchtlingsabkommen getroffenen Zusagen einhalte. Darüber hinaus habe er Merkel zu einem aktiveren Eintreten gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Gülen-Bewegung aufgefordert.

Die türkische Regierung wirft der PKK Terroranschläge in der Türkei vor, der Gülen-Bewegung den im Juli gescheiterten Putsch.

Wie Seibert weiter mitteilte, hätten Merkel und Erdogan sich auch mit den Zypern-Verhandlungen beschäftigt.

Reichlich Streitpunkte

Die Beziehungen zwischen der Türkei und den EU-Staaten haben sich im Laufe des Jahres massiv verschlechtert. Die Differenzen traten vor allem in der Debatte um die Umsetzung des Flüchtlingspakts sowie in der Beurteilung über die Reaktion der türkischen Regierung auf den gescheiterten Putsch vom Sommer zutage. Die Türkei verlangt von der EU die Umsetzung der im Flüchtlingspakt zugesagten Visafreiheit für türkische Bürger sowie die Bereitstellung von Finanzmitteln, um die Flüchtlingskrise bewältigen zu können. Die Bundesregierung beharrt auf Änderungen der Anti-Terror-Gesetze.

Das massive Vorgehen der türkischen Regierung gegen Zehntausende Anhänger der Gülen-Bewegung war in der EU ebenfalls auf erhebliche Kritik gestoßen.

Darstellung: