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17.03.2010

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Ausland
Blumen für Soldaten
Militärjunta in Thailand schließt Radiostationen
Nach dem Putsch in Thailand

Militärjunta schließt Radiostationen

Straßenszene in Bangkok  (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Straßenszene in Bangkok ]
Die Putschisten in Thailand haben im Norden des Landes nach eigenen Angaben mehr als Hundert gemeindeeigene Hörfunksender geschlossen. Wie ein Sprecher der Militärjunta mitteilte, dient die bereits am Freitag vorgenommene Maßnahme der "Vermeidung von Unruhen und von Verwirrung über die Lage" Laut Medienberichten hatten sie kritisch über den Staatsstreich des Militärs berichtet. Die ländlich geprägten Provinzen des Nordens gelten als Hochburgen des von den Militärs gestürzten bisherigen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra. Dieser stammt aus der nördlichen Region Chiang Mai, wo ebenfalls Radiosender geschlossen wurden.

Übergangsministerpräsident schon nächste Woche?

Die Militärführung , die sich nun "Rat für Demokratische Reform unter der Konstitutionellen Monarchie" nennt, kündigte unterdessen an, möglicherweise schon in der kommenden Woche einen Übergangsministerpräsidenten benennen zu wollen. Die Junta legte vier Namen von möglichen Nachfolgern für den entmachteten Thaksin vor. Schon unmittelbar nach ihrem Putsch hatten die Militärmachthaber zugesichert, bald einen zivilen Ministerpräsidenten für eine Übergangsregierung zu benennen.

Militär will Korrruptionsvorwürfe untersuchen

Die Militärjunta kündigte an, die Geldgeschäfte der gestürzten Regierung unter die Lupe zu nehmen. Dem neu ernannten Untersuchungsausschuss lägen insgesamt tausende Fälle möglicher Korruption in Thailand vor, erklärte der Kommissionsvorsitzende. Auch den bisherigen Ministerpräsidenten Thaksin und Mitglieder seiner Regierung hat der Ausschuss ins Visier genommen.

Der Ausschuss könne auch illegal erwirtschaftetes Vermögen korrupter Politiker beschlagnahmen, hieß es. Am Wochenende mehrten sich Gerüchte, Thaksin könne sein Vermögen ins Ausland geschafft haben. Seine Familie gehört zu den reichsten in Thailand.

Lage weiterhin weitgehend ruhig

An den strategisch wichtigen Punkten der Hauptstadt Bangkok sowie vor dem Königspalast waren auch am Wochenende Soldaten und Panzer postiert. Die Lage in der Hauptstadt war ruhig. Passanten ließen sich vor den Panzern fotografieren und schmückten sie mit Blumengirlanden. Allerdings gab es in der Provinz Pattani im Süden des Landes einen Bombenanschlag, bei dem vier Polizisten verletzt wurden.

 (Foto: AFP) [Bildunterschrift: Im Visier der Korruptionsermittler: Thaksin Shinawatra ]
Eine Gruppe von Offizieren um Armeechef Sonthi Boonyaratglin hatte Thaksin in der Nacht zum Dienstag entmachtet, als sich der Regierungschef zur Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York aufhielt. Die Militärjunta setzte die Verfassung außer Kraft, löste das Parlament auf und verhängte das Kriegsrecht. Sie verbot politische Versammlungen und stellte die Medien unter Aufsicht.

Stand: 24.09.2006 22:15 Uhr
 

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